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PMDS Ursache: Ein Überblick

Entdecke die PMDS Ursache und Risikofaktoren – von hormonellen Einflüssen über genetische Faktoren bis hin zu Umweltbedingungen.

Einleitung zu den PMDS Ursache

Prämenstruelle Dysphorische Störung (PMDS) ist eine Stimmungserkrankung, die Symptome wie starke Traurigkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Angst verursacht. Diese Symptome treten regelmäßig in der prämenstruellen Phase des Zyklus auf und verschwinden meist um oder nach Beginn der Menstruation1. Anders als beim prämenstruellen Syndrom (PMS) ist PMDS eine schwerere Form, die den Alltag stark beeinträchtigen kann. Die Ursachen von PMDS sind noch Gegenstand intensiver Forschung.

In diesem Abschnitt werfen wir einen Blick auf die wichtigsten biologischen, hormonellen, genetischen und umweltbedingten Faktoren, die derzeit mit PMDS in Verbindung stehen.

Ursachen vs. Risikofaktoren: Definitionen

Es ist wichtig, zwischen Ursachen und Risikofaktoren zu unterscheiden.

  • Ursachen: Direkte Gründe, die PMDS-Symptome auslösen, wie Hormone oder Gene.
  • Risikofaktoren: Faktoren, die das Risiko für die Entwicklung von PMDS erhöhen, wie vergangene Traumata oder der Lebensstil. Diese führen nicht direkt zu PMDS, erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Störung auftritt.

Hormone als Ursache von PMDS

Ein zentraler Aspekt von PMDS ist die Beziehung zu hormonellen Veränderungen. PMDS-Symptome folgen oft dem Menstruationszyklus, besonders der Lutealphase, in der Östrogen– und Progesteronspiegel schwanken2. Interessanterweise haben Frauen mit PMDS die gleichen Hormonspiegel wie Frauen ohne Symptome, reagieren jedoch empfindlicher auf die normalen Veränderungen von Hormonen wie Östrogen und Progesteron. Diese erhöhte Sensibilität beeinflusst das Gehirn und kann vor der Periode zu Stimmungsschwankungen führen2.

Progesteron- und Allopregnanolon-Sensitivität

Allopregnanolon ist eine Substanz, die aus Progesteron im Körper gebildet wird. Normalerweise bindet es sich an GABA-A-Rezeptoren im Gehirn, die wie ein „Beruhigungsknopf“ wirken und Stress und Angst reduzieren. Zu Beginn der Lutealphase sinken Progesteron- und Allopregnanolonspiegel plötzlich ab, was zu einer Art „Entzug“ führen kann, der Symptome wie sozialen Rückzug und depressive Stimmung auslöst3. Frauen mit PMDS reagieren möglicherweise weniger auf die beruhigende Wirkung von Allopregnanolon2, was zu erhöhten Angst- und Stimmungssymptomen führen könnte.

Estradiol, Serotoninspiegel und Stimmungsschwankungen

Estradiol ist eine Form von Östrogen, die die Funktion von Serotonin, einem Stimmungsregulator im Gehirn, beeinflusst. Es fördert Serotoninspiegel, indem es die Anzahl der Serotoninrezeptoren erhöht, was sich positiv auf Stimmung, Schlaf und Denkprozesse auswirkt. In der Lutealphase, wenn Estradiol niedrig ist, sinkt auch Serotonin. Frauen mit PMDS sind möglicherweise besonders empfindlich gegenüber diesem Abfall2. Einige genetische Unterschiede im Zusammenhang mit Estradiol und Serotonin erhöhen die Anfälligkeit für PMDS. Dies erklärt, warum Ärzte oft Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) als erste Behandlungsoption für PMDS einsetzen2.

Hormonelle Schwankungen von Östrogen und Progesteron während der Phasen des Menstruationszyklus, von der Menstruationsphase bis zur Lutealphase.

Ein Diagramm, das die monatlichen Schwankungen von Östrogen- und Progesteronspiegeln in den vier Phasen des Menstruationszyklus und deren Einfluss auf die Stimmung zeigt.

Genetische Veranlagung als PMDS-Ursache

Genetische Faktoren könnten die Wahrscheinlichkeit, PMDS zu entwickeln, erhöhen. Frauen können genetische Unterschiede aufweisen, die Estradiol und Serotonin betreffen und die Wahrscheinlichkeit für PMDS erhöhen4,5,6,7. Dies bedeutet, dass die Empfindlichkeit gegenüber Hormonen, und nicht deren Spiegel selbst, problematisch sein kann4,8. Frauen mit PMDS könnten auf Zellebene anfälliger für die Wirkung von Sexualhormonen sein8.

Epigenetische Veränderungen und PMDS

Epigenetik beschreibt, wie sich Gene an Umwelt- oder Lebensstiländerungen anpassen. Diese Genveränderungen könnten die Gehirnsensitivität gegenüber Hormonveränderungen erhöhen und erklären, warum manche Frauen während ihres Zyklus Stimmungsschwankungen erleben. Genetik erklärt, warum PMDS in Familien vorkommt, während Epigenetik Unterschiede zwischen Individuen verdeutlicht8.

Umwelt- und psychosoziale Risikofaktoren

Obwohl hormonelle und genetische Faktoren die Hauptursachen für PMDS sind, können stressreiche Lebenserfahrungen das Risiko erhöhen. Zu den bewährten Risikofaktoren zählen:

  • Vergangene Kindheitstraumata: Frauen mit negativen Kindheitserfahrungen wie Missbrauch oder Vernachlässigung haben 2,5-mal häufiger prämenstruelle Störungen als Frauen ohne Traumata9. Speziell bei PMDS ist diese Häufigkeit noch höher.
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): PTBS und PMDS treten oft gemeinsam auf. Frauen mit einer Traumageschichte und PTBS haben 8-mal häufiger PMDS als Frauen ohne Trauma. Auch Frauen mit Traumageschichte ohne PTBS-Diagnose haben fast 3-mal höhere Chancen auf PMDS10.
  • Lebensstilfaktoren: Verbesserungen in Lebensstilfaktoren können die Schwere prämenstrueller Symptome reduzieren. Daher wird regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Stressmanagement empfohlen. Lebensstil ist jedoch noch kein direkter Risikofaktor für PMDS, da es an Forschung fehlt11.

Entzündungen und Immunsystem als Risikofaktoren

Die Beziehung zwischen PMDS und Entzündungen ist ein aktives Forschungsfeld. Einige erste Studien fanden einen Zusammenhang zwischen PMDS und Entzündungen im Körper2. Kurz vor der Menstruation steigen Entzündungsmarker an, was Symptome wie Stimmungsschwankungen und andere Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom verschlimmern kann. Erste Untersuchungen legen nahe, dass Frauen mit PMDS möglicherweise höhere Entzündungswerte haben als jene ohne PMDS2.

Schnellübersicht: Was verursacht PMDS?

Zusammenfassend sind die Ursachen und Risikofaktoren von PMDS:

  1. Hormonelle Empfindlichkeit: Frauen mit PMDS reagieren empfindlicher auf hormonelle Schwankungen wie Progesteron und Estradiol, insbesondere in der Lutealphase.
  2. Genetische Veranlagung: Genetische Unterschiede in Hormonrezeptoren machen einige Frauen empfindlicher gegenüber hormonellen Veränderungen.
  3. Epigenetische Veränderungen: Umweltfaktoren modifizieren die Genexpression und erhöhen die Hormonsensitivität.
  4. Umweltfaktoren: Frühere Traumata, PTBS und Stress erhöhen das PMDS-Risiko.
  5. Entzündungen: Höhere Entzündungswerte vor der Menstruation können PMDS-Symptome verstärken.
  6. Lebensstil: Bewegung, Ernährung und Stressmanagement können die Symptome lindern, sind aber noch keine direkten Risikofaktoren.

Wenn dir diese Ursachen bekannt vorkommen, ziehe es in Betracht, eine Fachkraft zur Unterstützung aufzusuchen.


Quellen

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