Jaydess Spirale: Hormonelle Verhütung für junge Frauen
Jaydess Spirale für junge Frauen: Wirkung, Einsetzen, Dauer, Kosten und mögliche Nebenwirkungen – plus Vorteile/Nachteile und wichtige Infos vor der Entscheidung.
Die Jaydess Spirale ist eine hormonelle Intrauterinspirale (IUS), die bis zu 3 Jahre lang zuverlässig vor Schwangerschaft schützt. Dabei handelt es sich um eine kleine T-förmige Hormonspirale, die vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Jaydess enthält ausschließlich ein Gestagen (Levonorgestrel) und kommt ohne Östrogen aus – ähnlich wie eine „Minipille“, aber mit der Langzeitwirkung einer Spirale. Entwickelt wurde Jaydess speziell für junge Frauen und Frauen, die noch keine Kinder bekommen haben, doch sie eignet sich grundsätzlich für Frauen aller Altersgruppen. Im Fokus stehen eine niedrige Hormondosis, lokale Wirkung in der Gebärmutter und eine einfache Anwendung ohne tägliches Pilleneinnahme-Risiko. Im Folgenden erfährst du, wie Jaydess wirkt, wie die Einlage abläuft, worin die Unterschiede zur Kyleena Spirale liegen und welche Vor- und Nachteile diese Verhütungsmethode bietet. Häufige Fragen aus der Praxis werden ebenfalls beantwortet.
Das Wichtigste in Kürze
- Langanhaltender Schutz: Jaydess ist eine hormonelle Spirale (Hormon-IUD) mit einer Wirkdauer von bis zu 3 Jahren. In dieser Zeit verhütet sie über 99 % sicher, ohne dass du täglich daran denken musst.
- Östrogenfrei: Die Spirale enthält nur das Gestagen Levonorgestrel und kein Östrogen. Damit entfallen östrogenbedingte Nebenwirkungen – Jaydess ist also eine östrogenfreie Verhütung und auch für Frauen geeignet, die kein Östrogen vertragen (z. B. bei erhöhter Thrombosegefahr oder Migräne mit Aura).
- Lokale Wirkungsweise: Jaydess wirkt direkt in der Gebärmutter. Das freigesetzte Gestagen verdickt den Zervixschleim, hemmt die Spermien in ihrer Beweglichkeit und baut die Gebärmutterschleimhaut ab. Dadurch wird eine Befruchtung und Einnistung verhindert. Der Eisprung findet oft weiterhin normal statt, aber eine Schwangerschaft wird durch die lokalen Effekte sehr zuverlässig verhindert.
- Für junge Frauen geeignet: Dank ihrer kleinen Größe und geringen Hormondosis wurde Jaydess speziell für junge Frauen oder Frauen ohne vorherige Geburt Sie ist eine bequeme Option, wenn man langfristig verhüten, aber in einigen Jahren vielleicht einen Kinderwunsch umsetzen möchte.
- Schnelle Rückkehr der Fruchtbarkeit: Nach dem Entfernen der Jaydess-Spirale normalisiert sich der Zyklus schnell. Bereits im ersten oder zweiten Zyklus nach der Entfernung ist eine Schwangerschaft meist wieder möglich – ideal für Frauen mit Kinderwunsch in naher Zukunft.
- Schwächere Periodenblutung: Unter Jaydess werden Regelblutungen oft schwächer und kürzer, bei einigen Frauen bleibt die Periode nach einer Eingewöhnungszeit ganz aus. Menstruationsbeschwerden können dadurch deutlich nachlassen, was ein gesundheitlicher Vorteil für Frauen mit starker Periode ist.
Wie wirkt die Jaydess Spirale?
Die Jaydess Hormonspirale setzt kontinuierlich geringe Mengen des Gestagen-Hormons Levonorgestrel in der Gebärmutter frei. Pro Tag werden etwa 13,5 µg Levonorgestrel abgegeben – wesentlich weniger als bei einer Pille, da das Hormon direkt am Wirkort wirkt. Durch diese lokale Hormonwirkung treten dreifache Effekte ein, die vor Schwangerschaft schützen:
- Verdickter Zervixschleim: Das Gestagen bewirkt, dass der natürliche Schleimpfropf im Gebärmutterhals zäher und undurchlässiger Spermien können dadurch kaum noch in die Gebärmutter aufsteigen. Dieser dichte Schleim erschwert auch aufsteigenden Keimen das Eindringen, was einen gewissen Schutz vor Infektionen bieten kann.
- Dünne Gebärmutterschleimhaut: Unter Einfluss des Gestagens baut sich die Gebärmutterschleimhaut weniger stark auf. Sie bleibt dünn, sodass im Falle einer Befruchtung die Eizelle sich nur schwer einnisten könnte. Als positiver Nebeneffekt werden die Monatsblutungen kürzer und leichter – teilweise bleibt die Blutung nach einiger Zeit ganz aus, da keine hoch aufgebaute Schleimhaut mehr abzubluten ist.
- Beeinträchtigung der Spermien: Falls dennoch Spermien bis in die Gebärmutter gelangen, werden sie vom Hormon weiter in ihrer Beweglichkeit und Funktion gehemmt. Die Levonorgestrel-Konzentration in der Gebärmutter ist hoch genug, um die Befruchtung praktisch auszuschließen.
Wichtig zu wissen: Der Eisprung wird bei vielen Anwenderinnen nicht vollständig unterdrückt. Anders als kombinierte Verhütungspillen, die ovulationshemmend wirken, beeinflusst die Jaydess-Spirale den Zyklus hauptsächlich lokal. Es kann also sein, dass deine Eierstöcke weiterhin monatlich Eizellen heranreifen lassen und ein Eisprung stattfinden kann – eine eventuelle Befruchtung würde jedoch an den oben genannten Barrieren scheitern. Diese lokale Wirkungsweise bedeutet auch, dass die systemische Hormonbelastung gering ist: Der Großteil des Hormons wirkt in der Gebärmutter, nur wenig gelangt in den Blutkreislauf. Dadurch sind hormonelle Nebenwirkungen wie man sie von der Pille kennt seltener und schwächer ausgeprägt.
Anwendung und Einlage der Jaydess
Die Jaydess-Spirale muss von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt werden. Der Eingriff ist kurz und routinemäßig: Dabei wird der flexible, kleine T-förmige Kunststoffkörper der Spirale mithilfe eines dünnen Röhrchens durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle geschoben. Optimaler Zeitpunkt für die Einlage ist meist während oder kurz nach der Menstruation, denn dann ist der Gebärmutterhalskanal etwas geweitet und eine bestehende Schwangerschaft unwahrscheinlich. Auf Wunsch kann vorab ein lokales Betäubungsgel verwendet werden, und in seltenen Fällen oder bei großer Angst auch ein kurzer Dämmerschlaf, um die Einlage so angenehm wie möglich zu gestalten.
Tut das Einsetzen weh? Viele Frauen verspüren beim Einlegen der Spirale nur ein kurzes Ziehen oder krampfartiges Gefühl. Das Empfinden ist individuell verschieden – für manche ist es unangenehmer, für andere kaum spürbar. Da Jaydess besonders klein ist (der T-Körper misst nur ca. 28×30 mm, deutlich kleiner als herkömmliche Spiralen), ist die Einlage gerade für Frauen, die noch nicht geboren haben, oft weniger schmerzhaft als bei größeren Spiralen. Nach dem Einsetzen können kurzfristig leichte Krämpfe oder Schmierblutungen auftreten, die aber meist schnell nachlassen.
Lagekontrolle: Am unteren Ende der Jaydess-Spirale sind zwei dünne Kontrollfäden befestigt, die durch den Gebärmutterhals in die Scheide herunterreichen. Diese Fäden dienen dazu, die Spirale später wieder zu entfernen, und du kannst selbst tasten, ob sie noch da sind (der Arzt/die Ärztin kürzt die Fäden so, dass sie normalerweise nicht störend sind). Es ist ratsam, etwa 4–6 Wochen nach der Einlage eine Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen, um sicherzugehen, dass die Spirale korrekt sitzt. Danach reichen jährliche Kontrollen, sofern keine Beschwerden auftreten. Falls du zwischen den Terminen unsicher bist (z. B. die Fäden nicht mehr tastbar sind oder ungewöhnliche Schmerzen/Blutungen auftreten), solltest du früher zur Ärztin gehen.
Wie lange bleibt Jaydess in der Gebärmutter? Die maximale Liegedauer beträgt 3 Jahre. In dieser Zeit ist durchgehend eine hohe kontrazeptive Wirkung gewährleistet. Du musst an keine Pillen, Pflaster oder sonstige Verhütungsmaßnahmen denken – Jaydess wirkt „im Hintergrund“. Nach Ablauf der 3 Jahre sollte die Spirale vom Arzt entfernt oder gegen eine neue ausgetauscht werden, falls weiterhin Verhütung gewünscht ist. Natürlich kannst du die Spirale auch vorzeitig entfernen lassen, wenn du beispielsweise früher schwanger werden möchtest oder auf eine andere Methode wechseln willst. Die Entfernung ist in der Regel einfach: Der Frauenarzt zieht vorsichtig an den Rückholfäden und kann die Spirale so schmerzarm herausziehen (dies dauert nur wenige Sekunden).
Verträglichkeit in besonderen Situationen: Da Jaydess kein Östrogen enthält, kann sie auch während der Stillzeit angewendet werden. Es wird empfohlen, mit der Einlage bis 6–8 Wochen nach der Geburt zu warten, bis sich die Gebärmutter vollständig zurückgebildet hat. Nach diesem Zeitraum stellt die Hormonspirale eine gute Option für stillende Mütter dar, da sie die Milchmenge und -qualität nicht beeinträchtigt. Insgesamt ist Jaydess eine praktische Lösung für Frauen, die eine sichere, längerfristige Verhütung wünschen, ohne täglich daran denken zu müssen – sei es nach einer Schwangerschaft, zwischen zwei Kindern oder unabhängig von einer Familienplanung.
Jaydess vs. Kyleena: Was sind die Unterschiede?
Jaydess und Kyleena sind beides hormonelle Spiralen vom selben Hersteller und funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. Allerdings gibt es einige Unterschiede in Dosierung und Anwendungsdauer, die sie für unterschiedliche Bedürfnisse attraktiv machen:
- Wirkdauer und Hormongehalt: Jaydess enthält 13,5 mg Levonorgestrel und verhütet bis zu 3 Jahre, während Kyleena 19,5 mg Levonorgestrel enthält und bis zu 5 Jahre wirksam ist. Das heißt, Kyleena gibt etwas mehr Hormon pro Tag ab und hält dadurch länger. Jaydess bietet eine kürzere Verhütungsdauer – was ideal sein kann, wenn du keinen so langen „Verhütungscommitment“ möchtest oder planst, in den nächsten Jahren schwanger zu werden. Kyleena eignet sich für Frauen, die einen längeren Zeitraum (bis 5 Jahre) ohne Wechsel verhüten möchten.
- Größe und Design: Beide Spiralen sind kleiner als die klassische Mirena-Spirale. Jaydess und Kyleena haben jeweils einen schmalen T-förmigen Körper (ca. 28×30 mm) und einen dünnen Einführungsröhrchen-Durchmesser (~3,8 mm). Damit sind beide gut für junge Frauen oder Frauen ohne Geburten geeignet, da die Einlage dank des kleinen Formats erleichtert wird. In manchen Quellen wird Kyleena als minimal „größer“ beschrieben, praktisch sind die Maße aber nahezu identisch – in der Handhabung spüren die meisten Anwenderinnen keinen Unterschied in der Größe.
- Hormondosis und Nebenwirkungen: Durch die höhere Hormondosis kann Kyleena in manchen Fällen den Eisprung eher unterdrücken als Jaydess. Beide Spiralen sind äußerst effektiv (>99 % Schutz), aber Kyleena’s etwas höhere Gestagenabgabe bietet einen gewissen „Puffer“ bei der kontrazeptiven Wirkung. Im Umkehrschluss können bei Kyleena hormonelle Nebenwirkungen geringfügig häufiger auftreten (z. B. Hautunreinheiten wie Akne, Brustspannen oder leichte Stimmungsschwankungen), da systemisch etwas mehr Hormon verfügbar ist. Jaydess hat die niedrigste Hormondosis – Frauen, die empfindlich auf Hormone reagieren, bevorzugen daher oft Jaydess, um mögliche Nebenwirkungen gering zu halten.
- Regelblutung unter der Spirale: Beide Spiralen führen häufig zu schwächeren Perioden. Mit Kyleena, aufgrund der etwas stärkeren Hormonausschüttung, berichten einige Frauen etwas häufiger von ausbleibenden Blutungen (Amenorrhoe) im Vergleich zu Jaydess. Allerdings ist die individuelle Reaktion sehr verschieden – sowohl mit Jaydess als auch mit Kyleena können Monatsblutungen ganz ausbleiben oder auch weiterhin leicht auftreten.
- Kosten: In der Anschaffung ist Kyleena meist etwas teurer als Jaydess, da sie länger wirkt. Beide Methoden sind jedoch langfristig kosteneffektiv, wenn man bedenkt, dass über Jahre keine regelmäßigen Ausgaben für andere Verhütungsmittel anfallen. Die genauen Kosten variieren je nach Arztpraxis und Region (inklusive Arztgebühren für die Einlage). In Deutschland übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Spiralen in der Regel nicht (Ausnahme: bei unter 22-Jährigen können Verhütungsmittel auf Rezept erstattet werden). Somit müssen Anwenderinnen die Kosten selbst tragen – dafür erhält man aber mehrere Jahre Ruhe in Sachen Verhütung.
Fazit Jaydess vs. Kyleena: Beide Hormonspiralen sind sehr sichere, bequeme Verhütungsmethoden mit ähnlichem Wirkprinzip. Jaydess punktet mit niedriger Hormondosis und einer kürzeren Anwendungsdauer, was sie attraktiv macht für jüngere Frauen oder solche, die in ein paar Jahren schwanger werden möchten. Kyleena bietet länger anhaltenden Schutz (5 Jahre) und eine etwas höhere Hormondosis, was für Frauen interessant ist, die möglichst lange eine „einmal einsetzen und vergessen“-Lösung suchen. Die Auswahl hängt letztlich von den individuellen Vorlieben, dem geplanten Verhütungszeitraum und der Verträglichkeit ab. Deine Frauenärztin wird dich beraten, welche Spirale besser zu deiner Lebenssituation passt.
Vorteile der Jaydess Spirale
- Sehr hohe Sicherheit: Jaydess gehört zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden. Mit einem Pearl-Index von etwa 0,2–0,3 ist das Schwangerschaftsrisiko extrem gering – ähnlich sicher wie eine Sterilisation, aber reversibel. Du musst drei Jahre lang nicht täglich an Verhütung denken, was Anwendungsfehler praktisch ausschließt.
- Niedrige Hormondosis: Die abgegebene Hormonmenge ist minimal und wirkt vorwiegend lokal. Dadurch treten weniger systemische Nebenwirkungen auf als bei vielen Pillen. Insbesondere östrogenbedingte Effekte (wie Migräne, Wassereinlagerungen, Brustspannen durch Östrogen, erhöhte Thrombosegefahr) entfallen komplett, da Jaydess kein Östrogen enthält. Viele Frauen vertragen die Hormonspirale daher sehr gut.
- Weniger Regelschmerzen und Schwächere Blutung: Unter Jaydess wird die Menstruation oft deutlich schwächer oder verschwindet ganz. Das bedeutet meist auch weniger Krämpfe und Regelschmerzen. Für Frauen, die unter starker oder schmerzhafter Monatsblutung leiden, kann dies eine erhebliche Lebensqualitätsverbesserung
- Komfort und Alltagstauglichkeit: Ist die Spirale einmal eingesetzt, musst du dich um nichts Weiteres kümmern – kein tägliches Pillenschlucken, kein Rezept besorgen, kein „Ups, vergessen“. Auch Durchfall oder Erbrechen beeinflussen den Verhütungsschutz nicht (anders als bei oralen Pillen). Jaydess ist ideal, wenn du ein **„einsetzen und vergessen“**Konzept bevorzugst.
- Geeignet für viele Frauen: Die kleine Jaydess-Spirale ist speziell auch für junge Frauen und Frauen, die noch nicht geboren haben, entwickelt Sie passt in eine noch nicht gedehnte Gebärmutter und lässt sich mit meist geringem Unbehagen einsetzen. Außerdem ist diese Verhütungsmethode eine Option für Frauen, die kein Östrogen einnehmen dürfen oder wollen – etwa stillende Mütter, Raucherinnen über 35, Frauen mit erhöhtem Thromboserisiko oder hormonellen Migräneformen.
- Rasche Wiederherstellung der Fruchtbarkeit: Möchtest du schwanger werden, kannst du Jaydess jederzeit entfernen lassen. Die Fruchtbarkeit kehrt schnell zurück – oft hast du bereits im nächsten Zyklus wieder einen Eisprung. Es gibt keine langfristige hormonelle Nachwirkung, wie es manchmal nach langjähriger Pilleneinnahme empfunden wird. So kannst du flexibel nach deinem Lebensplan entscheiden.
- Diskretion: Eine Spirale ist von außen nicht sichtbar. Weder du noch dein Partner spüren im Alltag etwas davon (bis auf die Kontrollfädchen, die aber in der Regel nicht störend sind). Das Sexualleben wird normalerweise nicht beeinflusst – außer vielleicht durch die Entspannung, dass eine sichere Verhütung vorhanden ist.
Nachteile und mögliche Nebenwirkungen
- Einmaliger Eingriff notwendig: Das Einlegen der Spirale erfordert einen kurzen gynäkologischen Eingriff. Viele Frauen haben davor Respekt oder Angst vor Schmerzen. Obwohl der Eingriff meist schnell und komplikationsfrei verläuft, kann er als unangenehm empfunden werden. In seltenen Fällen kann es beim Einsetzen zu Komplikationen kommen (z. B. Verletzung der Gebärmutterwand oder Infektionen). Diese Risiken sind gering, aber vorhanden – daher sollte die Einlage immer von erfahrenem Fachpersonal vorgenommen werden.
- Anfangs unregelmäßige Blutungen: In den ersten 3–6 Monaten nach Einlage sind Schmierblutungen oder Zwischenblutungen recht häufig. Der Körper braucht etwas Zeit, sich an die Spirale und die Hormonabgabe zu gewöhnen. Diese anfänglichen Zyklusstörungen können lästig sein, klingen bei den meisten Frauen aber mit der Zeit ab. Geduld in den ersten Monaten ist also wichtig.
- Hormonelle Nebenwirkungen: Obwohl die Hormondosis klein ist, können Nebenwirkungen Mögliche unerwünschte Wirkungen umfassen Hautveränderungen (z. B. Akne oder fettigere Haut), Brustspannen, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen. Einige Frauen berichten von vermindertem Libido oder leichten Gewichtsschwankungen. Ernsthafte Nebenwirkungen sind selten, aber da jeder Körper anders reagiert, lässt es sich nicht völlig ausschließen. Im Vergleich zur Pille treten diese Probleme seltener auf, da kein Östrogen enthalten ist und das Gestagen primär lokal wirkt – doch empfindliche Frauen könnten sie bemerken.
- Kein Schutz vor STI: Wie alle hormonellen Verhütungsmittel schützt auch Jaydess nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Bei neuen oder wechselnden Partnern sollte daher zusätzlich ein Kondom verwendet werden, um dich vor HIV, Chlamydien, HPV etc. zu schützen. Die Spirale ist rein zur Schwangerschaftsverhütung gedacht.
- Mögliches Verrutschen oder Ausstoßen: In seltenen Fällen kann die Spirale aus der Gebärmutter herausrutschen (Expulsion) oder ihre Position verändern. Passiert dies unbemerkt, wäre der Verhütungsschutz nicht mehr gegeben. Daher ist es wichtig, auf ungewöhnliche Symptome zu achten (z. B. plötzlich stärkere Schmerzen, länger andauernde Blutungen) und die Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. Wenn du keine Fäden mehr ertasten kannst, könnte das ein Zeichen sein, dass die Spirale verrutscht ist – dann solltest du zeitnah zum Arzt. Zum Glück kommt eine Expulsion nur bei wenigen von 100 Frauen vor, meist in den ersten Monaten.
- Eileiterschwangerschaft im Ausnahmefall: Wird trotz liegender Spirale eine Frau schwanger (was extrem selten ist), handelt es sich relativ häufiger um eine Eileiterschwangerschaft. Das liegt daran, dass die Spirale vor allem eine Einnistung in der Gebärmutter verhindert. Eine Schwangerschaft ist mit Spirale zwar unwahrscheinlich, aber wenn es zu ausbleibender Periode und Schmerzen kommt, sollte zur Sicherheit ein Arzt prüfen, ob möglicherweise eine Eileiter-SS vorliegt.
- Kostenfaktor: Die Anschaffung und Einlagekosten (mehrere hundert Euro) müssen meistens selbst gezahlt Diese Einmal-Kosten amortisieren sich zwar über die 3 Jahre, da man keine laufenden Verhütungsausgaben hat – dennoch können sie eine finanzielle Hürde darstellen. Einige Ärzte bieten Ratenzahlung an. Für junge Frauen unter 22 werden Verhütungsmittel auf Rezept normalerweise von der Krankenkasse übernommen, allerdings ist die Spirale in dieser Altersgruppe eher unüblich; es lohnt sich aber nachzufragen.
Häufige Fragen zur Jaydess Spirale
Tut das Einsetzen der Jaydess weh?
Die Vorstellung, eine Spirale eingesetzt zu bekommen, macht vielen Frauen Angst. In der Praxis berichten aber die meisten, dass die Einlage nur kurz unangenehm ist. Man spürt oft einen kurzen, krampfartigen Schmerz, ähnlich einem starken Regelschmerz, der jedoch schnell vorbeigeht. Mit Entspannungstechniken, einer Ibuprofen vorher oder einer lokalen Betäubung kann man die Prozedur erleichtern. Dank der kleinen Größe von Jaydess empfinden gerade junge Frauen die Einlage oft als weniger schmerzhaft, als sie erwartet hatten. Sollte die Angst sehr groß sein, sprich mit deinem Frauenarzt – in Einzelfällen kann die Spirale auch unter kurzer Narkose gelegt werden.
Kann ich die Jaydess Spirale verwenden, auch wenn ich noch keine Kinder bekommen habe?
Ja. Jaydess wurde explizit für Frauen entwickelt, die noch nicht geboren haben. Anders als frühere Spiralen ist sie kleiner und passt gut in eine „unvorbereitete“ Gebärmutter. Viele Gynäkologinnen empfehlen sie jungen Frauen, die eine sichere Langzeitverhütung wünschen, ohne täglich verhüten zu müssen. Wichtig ist nur, dass keine akuten Infektionen vorliegen und die Gebärmutter normal entwickelt ist – das prüft der Arzt vorab. Grundsätzlich können also auch junge, kinderlose Frauen* die Hormonspirale nutzen.
Beeinflusst die Jaydess meine Fruchtbarkeit langfristig?
Nein, die Fruchtbarkeit erholt sich schnell nach Entfernen der Spirale. Jaydess unterdrückt ja den Eisprung nicht vollständig und wirkt hauptsächlich lokal. Sobald sie draußen ist, kann eine Eizelle sich wieder normal einnisten. Es gibt keinen Nachteil für eine spätere Schwangerschaft – im Gegenteil, viele Frauen schätzen gerade, dass sie nach der Spirale sofort wieder schwanger werden können, während sie mit Jaydess vorher zuverlässig verhütet haben. Wichtig: Man sollte nach der Entfernung mindestens eine normale Periode abwarten, bevor man versucht schwanger zu werden, damit sich die Schleimhaut wieder vollständig aufbauen kann (diese Empfehlung ist vor allem, um die Schwangerschaft genau datieren zu können und der Gebärmutter Zeit zur Regeneration zu geben).
Spürt man die Spirale beim Sex oder im Alltag?
Du selbst solltest die Spirale nicht spüren, wenn sie korrekt liegt. Sie ist vollständig in der Gebärmutter platziert. Manchmal sind in den ersten Tagen leichte Unterleibsschmerzen oder ein Fremdkörpergefühl vorhanden, aber das vergeht. Dein Partner kann beim Sex unter Umständen die Kontrollfäden ertasten, wenn sie etwas länger gelassen wurden. In der Regel werden die Fäden aber so gekürzt, dass sie sich um den Muttermund schmiegen und nicht störend herausragen. Sollte dein Partner dennoch etwas spüren oder es dich stören, kann der Frauenarzt die Fäden bei der Nachkontrolle noch ein wenig kürzen. Ansonsten hat die Spirale keinen Einfluss auf das Empfinden beim Sex – außer dass viele Paare entspannter sind, weil die Verhütung zuverlässig gesichert ist.