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Hormonumstellung 28. SSW: Was passiert im dritten Trimester?

In der 28. SSW stellen sich die Hormone auf das letzte Trimester ein. Erfahren Sie, welche Veränderungen jetzt im Körper ablaufen und wie sie sich auswirken.

Mit der 28. Schwangerschaftswoche (SSW) beginnt offiziell das dritte Trimester – und hormonell gesehen läuft Dein Körper jetzt zur Höchstform auf. Die Plazenta produziert enorme Mengen an Schwangerschaftshormonen, um Dich und Dein Baby auf die Geburt und die Zeit danach vorzubereiten. Diese Hormonumstellung um die 28. Woche bringt viele Veränderungen mit sich: Dein Bauch wächst schneller, die ersten Milchtröpfchen könnten erscheinen, und leider machen sich auch einige Beschwerden bemerkbar. In diesem Artikel schauen wir darauf, welche Hormone im dritten Trimester dominieren, was sie in Deinem Körper bewirken und wie Du typische Beschwerden lindern kannst. So bist Du bestens informiert, was in der 28. SSW hormonell vor sich geht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hormone auf Höchststand: Im dritten Trimester (um SSW 28) erreichen die Hormone Östrogen und Progesteron ihre höchsten Spiegel. Das viele Östrogen lässt Gebärmutter und Brüste weiter wachsen und macht Deine Gewebe weicher und dehnbarer. Progesteron bleibt ebenfalls hoch, um die Schwangerschaft zu erhalten – es hält die Gebärmutter ruhig (verhindert vorzeitige Wehen) und beeinflusst Deinen Körper z.B. durch lockerere Bänder und langsamere Verdauung.
  • Vorbereitung auf Geburt und Stillzeit: Die Hormonumstellung ab der 28. Woche dient dazu, Deinen Körper auf die Geburt und das Stillen einzustimmen. Östrogene steigern gegen Ende der Schwangerschaft die Empfindlichkeit der Gebärmutter für Oxytocin (das Wehenhormon) und fördern die Durchblutung – wichtig für die Plazenta. Gleichzeitig beginnt das Hormon Prolaktin anzusteigen, wodurch sich das Brustgewebe auf die Milchproduktion vorbereitet (viele Schwangere bemerken jetzt schon etwas Vormilch).
  • Typische Beschwerden: Durch die Hormone können jetzt vermehrt Beschwerden auftreten. Beispiele: Rückenschmerzen und lockerere Gelenke (dank Relaxin und Progesteron), Sodbrennen und Völlegefühl (Progesteron entspannt die Magenklappe und verlangsamt die Verdauung), sowie Wadenkrämpfe oder Wassereinlagerungen. Auch Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen) werden im 3. Trimester häufiger spürbar, da sich die Gebärmutter auf die Geburt vorbereitet.
  • Beschwerden lindern: Du kannst vieles tun, um Dich wohler zu fühlen: Gegen Rückenschmerzen helfen z.B. Wärme, Massagen oder ein Stützgurt. Bei Sodbrennen bewähren sich kleine Mahlzeiten und Schlafen mit erhöhtem Oberkörper. Wadenkrämpfe lassen sich oft mit Magnesium und Dehnübungen reduzieren. Wichtig ist auch, genügend zu trinken und Pausen einzulegen – Dein Körper leistet jetzt Schwerstarbeit!
  • Emotionale Veränderungen: Die hohen Hormone und die nahende Geburt führen oft zu Stimmungsschwankungen. Manche werdende Mamas fühlen sich launisch oder haben Sorgen und Ängste. Das ist normal – rede darüber mit Deinem Partner oder Deiner Hebamme. Oft hilft es, sich bewusst zu entspannen (Atemübungen, Yoga) und vorbereitet zu fühlen (Geburtsvorbereitungskurs), um mental im Gleichgewicht zu bleiben.

Was passiert hormonell im dritten Trimester?

Ab der 28. SSW leitet Dein Körper die letzte Phase der Schwangerschaft ein, und hormonell wird jetzt nochmal richtig aufgedreht. Die Plazenta – das Organ, das Dein Baby versorgt – produziert immer mehr Östrogene und Progesteron, die zwei wichtigsten Schwangerschaftshormone. Tatsächlich sind die Hormonspiegel im 3. Trimester so hoch wie sonst nie im Leben einer Frau.

Östrogene: Hierzu zählt vor allem Östriol, ein Östrogen, das fast ausschließlich in der Schwangerschaft gebildet wird. Östrogene sorgen dafür, dass Dein Baby optimal versorgt wird: Sie erhöhen die Durchblutung in der Gebärmutter und den Plazentagefäßen, damit genügend Nährstoffe ankommen. Außerdem bewirken sie das Wachstum von Gebärmutter und Brüsten. Im dritten Trimester merkst Du vielleicht, dass Deine Brust nochmals größer wird – sie bereitet sich auf’s Stillen vor, das ist Östrogen- und Prolaktinwirkung. Östrogene weiten auch Deine Blutgefäße, was manchmal zu leichten Schwindelgefühlen führen kann, weil der Blutdruck absinkt. Viele Schwangere haben in dieser Phase einen schönen „Glow“ – der Teint wirkt rosig und Haare und Nägel wachsen kräftig; das liegt teils ebenfalls an den Östrogenen, die die Zellteilung anregen.

Kurz vor der Geburt haben Östrogene noch eine wichtige Aufgabe: Sie erhöhen die Anzahl der Oxytocin-Rezeptoren in der Gebärmutter. Oxytocin ist das Hormon, das die Gebärmutter kontrahieren lässt (Wehen auslöst). Durch mehr Rezeptoren wird die Gebärmutter zum Ende hin empfänglicher für Wehensignale. Noch in SSW 28 sind wir nicht so weit, aber der Körper beginnt langsam damit, die Bühne für die Geburt zu bereiten.

Progesteron: Dieses Hormon ist in der gesamten Schwangerschaft der „Beschützer“ der Gebärmutter. Es sorgt dafür, dass die Gebärmuttermuskulatur entspannt bleibt und keine vorzeitigen Wehen auftreten. Im dritten Trimester ist Progesteron ebenfalls auf hohem Niveau. Du merkst seine Wirkung an verschiedenen Stellen: Progesteron entspannt die glatte Muskulatur im ganzen Körper, dadurch wird z.B. Deine Verdauung träger – Folge können Verstopfung oder Sodbrennen sein, weil Magen und Darm langsamer arbeiten und der Magenschließmuskel lockerer ist. Auch die Harnwege sind unter Progesteroneinfluss entspannter, was leider Infektionen begünstigen kann (achte daher gut auf Hygiene und trink genügend, um die Blase zu spülen).

Eine weitere Wirkung: Progesteron und das Hormon Relaxin (das vor allem im ersten Trimester hoch war, aber weiterhin aktiv ist) machen Dein Bindegewebe weicher. Bänder und Sehnen lockern sich – gut für die bevorstehende Geburt, weil das Becken dehnbarer wird. Weniger angenehm ist, dass dadurch oft Rückenschmerzen und Gelenkbeschwerden auftreten. Deine Wirbelsäule muss das zunehmende Gewicht tragen und die lockeren Bänder stützen weniger – kein Wunder, wenn es da mal zieht und zwickt.

Prolaktin: Dieses Hormon verdient auch Erwähnung. Ab dem 3. Trimester steigt Prolaktin spürbar an. Es wird in Deiner Hirnanhangdrüse produziert und ist das Milchbildungshormon. Auch wenn Du erst nach der Geburt richtig Milch produzierst, fängt Dein Körper jetzt an, Vormilch (Kolostrum) zu bilden. Manche Frauen merken, dass ab ca. SSW 28/30 ab und zu ein wenig gelblich-klare Flüssigkeit aus der Brustwarze tritt – das ist Kolostrum, ein Zeichen dafür, dass Prolaktin am Werk ist. Prolaktin hat auch eine beruhigende Wirkung auf die Mama: Es macht oft etwas müde und entspannt, quasi als Vorbereitung auf das nächtliche Stillen (damit man leichter wieder einschläft).

Weitere hormonelle Veränderungen: Im dritten Trimester produziert Dein Körper vermehrt Cortisol, ein Stresshormon, das aber wichtig ist für die Entwicklung des Babys (es hilft z.B. bei der Reifung der Lungen vom Baby). Dein Stoffwechsel ist auf Hochtouren – Schilddrüsenhormone bleiben erhöht, damit genug Energie bereitsteht. Außerdem steigt das Hormon HPL (Humanes Plazenta-Laktogen) weiter an; es sorgt dafür, dass genug Glukose für das Baby verfügbar ist, macht Dich aber gleichzeitig etwas insulinresistenter. Daher entwickeln manche Frauen in dieser Phase einen Schwangerschaftsdiabetes. Ärzte empfehlen um die 24.–28. SSW einen Zuckerbelastungstest, um das auszuschließen – das hängt direkt mit dieser hormonellen Insulin-Resistenz zusammen, die durch die Plazenta-Hormone verursacht wird.

Zusammenfassend: In der 28. SSW und dem folgenden dritten Trimester dominiert eine Mischung aus hohen Östrogen- und Progesteronwerten, ansteigendem Prolaktin und anderen Begleithormonen. Diese Kombination stellt sicher, dass Dein Baby optimal gedeiht, Dein Körper sich auf die Geburt vorbereitet und Reserven für die Stillzeit anlegt. Du kannst Dir vorstellen, dass solch ein Hormoncocktail auch seelisch und körperlich bemerkbar ist – was völlig normal ist.

Progesteron, Östrogen und Vorbereitung auf Geburt und Stillzeit

Schauen wir uns noch genauer an, wie Progesteron und Östrogen Dich auf Geburt und Stillzeit vorbereiten:

  • Progesteron – der ruhige Bewahrer: Im dritten Trimester hält Progesteron weiterhin die Gebärmutter in einem entspannten, wehenbereiten Zustand. Es verhindert, dass starke Kontraktionen auftreten, solange das Baby noch wachsen muss. Erst gegen Ende der Schwangerschaft, ca. um die 37.–38. Woche, beginnt der Progesteronspiegel leicht zu fallen – das ist eines der Signale, dass der Körper sich auf die Geburtsphase einstellt. Bis dahin genießt Dein Baby dank Progesteron eine gemütliche, sichere Umgebung. Für Dich bedeutet viel Progesteron auch: Ruhe bewahren. Viele Frauen spüren eine gewisse Gelassenheit oder Müdigkeit im dritten Trimester, was vielleicht frustrierend sein kann, aber einen Sinn hat – Dein Körper will Dich dazu bringen, Kräfte zu sparen und Dich nicht zu überanstrengen. Höre ruhig darauf und gönn Dir Pausen.
  • Östrogen – der aktive Vorbereiter: Die hohen Östrogenspiegel sorgen dafür, dass Dein Körper geburtsbereit Sie weichen den Muttermund etwas auf (dieser Prozess – die Zervixreifung – verstärkt sich zwar erst unmittelbar vor der Geburt, aber die Grundlage wird gelegt). Außerdem regen Östrogene die Muskelbildung in der Gebärmutter an: Die Gebärmuttermuskulatur wird kräftiger und ausdauernder, damit sie bei der Geburt effektiv arbeiten kann. Interessant ist auch, dass Östrogene in späten Wochen das Verhältnis von Hormonen verändern: Während Progesteron eher beruhigt, fördern Östrogene eine gewisse wache Anspannung – viele Frauen berichten, dass sie gegen Ende der Schwangerschaft trotz Müdigkeit schlecht schlafen können oder innerlich unruhig sind. Das könnte ein Effekt des steigenden Östrogens sein, sozusagen die innere Alarmbereitschaft Richtung Geburt.
  • Vorbereitung der Brüste auf’s Stillen: Hier spielen beide – Östrogen und Progesteron – plus Prolaktin zusammen. Östrogen hat in den vergangenen Monaten das Brustdrüsengewebe wachsen lassen (daher das Brustwachstum und häufiges Spannen der Brüste). Progesteron hat die Milchgänge Ab SSW 28 übernimmt Prolaktin langsam das Kommando über die Milchproduktion. Noch hemmen Östrogen und Progesteron die volle Milchbildung (deshalb schießen die Milchmengen erst nach der Geburt ein, wenn diese beiden Hormone abrupt abfallen, weil die Plazenta geboren ist). Aber ein bisschen Kolostrum wird schon produziert, und Deine Brustwarzen können empfindlicher werden. Vielleicht bemerkst Du auch kleine gelbliche Krusten an den Brustwarzen – das ist getrocknete Vormilch, absolut normal.
  • Relaxin und Gelenke: Ein Hormon, das meist im Hintergrund bleibt, aber jetzt wirkt, ist Relaxin. Es wurde vor allem im ersten Trimester ausgeschüttet, um die Gebärmutter zu verankern und Gewebe weicher zu machen. Im dritten Trimester steigt Relaxin kurz vor der Geburt nochmal an. Es lockert das Becken und die Schamfuge, damit sich das Becken weiten kann, wenn das Baby kommt. Schon um die 28. SSW kann der Effekt spürbar sein: Manche Frauen bekommen leichte Symphysenschmerzen (Schmerz im Schambereich/Gelenk) oder merken, dass die Hüfte instabiler Das ist die Vorbereitung darauf, dass das Baby später gut durchs Becken passt. Dein Körper trifft also weit im Voraus Vorkehrungen für die Geburt!
  • Mentale Vorbereitung – „Nestbauhormon“: Vielleicht hast Du vom Nestbautrieb gehört. Gegen Ende der Schwangerschaft bekommen viele Frauen plötzlich Energie, alles für das Baby vorzubereiten – Kinderzimmer einrichten, putzen, organisieren. Dieses Verhalten wird teilweise auch hormonell beeinflusst, durch das Zusammenspiel von Östrogen, Progesteron und dem Hormon Oxytocin (das vor Geburt ansteigt und auch für Fürsorgeverhalten zuständig ist). Schon im dritten Trimester könntest Du merken, dass Du mental anfängst, Dich intensiv mit der bevorstehenden Geburt und dem Baby zu beschäftigen. Das ist gut so! Dein Körper (und Deine Psyche) stellen sich Schritt für Schritt darauf ein, Mutter zu werden.

Alles in allem arbeiten Progesteron und Östrogen im Team, um Deinen Körper ideal vorzubereiten: Progesteron sorgt für die notwendige Ruhe und Weichheit, Östrogen für die Aktivierung und Kräftigung. Zusammen sichern sie, dass Du am Ende der Schwangerschaft sowohl körperlich als auch emotional bereit bist, Dein Baby zur Welt zu bringen und zu versorgen.

Typische Beschwerden und wie Du sie linderst

Die Hormonumstellung in der 28. SSW und im dritten Trimester bringt nicht nur Gutes – leider gehen damit auch einige Schwangerschaftsbeschwerden einher. Hier sind die häufigsten Probleme und ein paar Tipps, wie Du sie lindern kannst:

  • Rückenschmerzen und Beckenschmerzen: Durch Relaxin und Progesteron werden Deine Bänder weicher, während der Bauch schwerer wird. Das führt oft zu Schmerzen im unteren Rücken oder im Beckenbereich. Was hilft? Achte auf eine gute Haltung und entlaste Deinen Rücken so oft wie möglich. Wärme tut gut: ein warmes Bad oder ein Heizkissen im Lendenbereich können verkrampfte Muskeln lösen. Auch leichte Gymnastik oder Schwimmen entlasten den Rücken – Wasser nimmt das Gewicht und Du kannst Dich schmerzfrei bewegen. Trage flache, bequeme Schuhe (Absätze belasten den Rücken zusätzlich). Ein spezieller Schwangerschafts-Stützgurt kann den Bauch heben und den Druck vom unteren Rücken nehmen. Und vergiss nicht, Dich regelmäßig auszuruhen und mal die Füße hochzulegen.
  • Sodbrennen und Verdauungsprobleme: Dein Magen wird eingeengt und durch Progesteron ist der Magenschließmuskel entspannt – Säure kann leichter aufsteigen. Zudem arbeitet der Darm langsamer, was Völlegefühl und Verstopfung verursachen kann. Was hilft? Iss lieber häufige kleine Mahlzeiten statt seltener große. Vermeide fettige, stark gewürzte oder sehr säurehaltige Speisen, insbesondere abends. Ein Glas Milch oder ein Löffel Joghurt kann akutes Sodbrennen abmildern (neutralisiert die Säure). Schlafe mit leicht erhöhtem Oberkörper – zum Beispiel mit zwei Kopfkissen oder einem verstellbaren Lattenrost – damit nachts keine Säure hochfließt. Bei Verstopfung: Trinke viel Wasser, iss ballaststoffreich (Obst, Gemüse, Vollkorn) und bewege Dich regelmäßig sanft, das regt den Darm an. Flohsamenschalen oder Trockenpflaumen sind natürliche Helfer gegen Trägheit im Darm.
  • Schlafstörungen: Zwischen hormonellen Schwankungen und einem immer unbequemeren Bauch klagen viele Frauen im dritten Trimester über schlechten Schlaf. Vielleicht musst Du oft zur Toilette in der Nacht (Baby drückt auf die Blase), oder Du findest einfach keine angenehme Position. Was hilft? Versuche, auf der linken Seite zu schlafen – das entlastet die großen Blutgefäße und versorgt das Baby optimal, viele Frauen schlafen so besser. Besorge Dir ein gutes Seitenschläferkissen oder Stillkissen: Lege es zwischen Deine Knie und stütze damit den Bauch ab, das entspannt Rücken und Becken. Sorge für ein angenehmes Schlafritual: Lüfte das Schlafzimmer, halte es kühl, und trinke spätabends nicht mehr zu viel (um nächtliche Toilettengänge zu reduzieren). Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Atemübungen im Bett können Dir helfen, zur Ruhe zu kommen. Wenn Du nachts gar nicht schlafen kannst, steh ruhig kurz auf, trinke einen Schluck warme Milch oder lese etwas Langweiliges – und versuche es nach 20–30 Minuten wieder. Vermeide aber helles Smartphone- oder Fernseherlicht, das macht nur wacher.
  • Braxton-Hicks-Kontraktionen (Übungswehen): Ab der zweiten Hälfte der Schwangerschaft zieht sich die Gebärmutter immer mal wieder unregelmäßig zusammen. Dein Bauch wird dann hart, ohne dass es wirklich schmerzt – das sind Übungswehen, eine Art „Training“ des Uterus. Im dritten Trimester werden sie stärker oder häufiger, was manchen Frauen Sorge bereitet. Was hilft? Erstmal: Keine Panik, Braxton-Hicks sind normal. Sie sollten aber nicht rhythmisch öfter als ein paar Mal pro Stunde kommen und nicht deutlich schmerzhaft sein. Wenn eine Übungswehe kommt, ändere Deine Position: Bist Du gerade aktiv, dann setz Dich kurz hin und entspanne; hast Du gelegen, steh langsam auf und bewege Dich. Oft hört die Kontraktion dann auf. Trinke genügend, denn Dehydration kann Übungswehen fördern – also ein Glas Wasser kann Wunder wirken. Wärme (warmes Bad, Wärmeflasche auf den Bauch) entspannt die Gebärmutter ebenfalls. Sollten die Kontraktionen jedoch regelmäßig werden, anhalten oder weh tun, zögere nicht, Deine Hebamme oder den Arzt zu kontaktieren – dann muss abgeklärt werden, ob es nicht doch Vorwehen sind.
  • Wadenkrämpfe und Beine: Viele Schwangere wachen nachts von Wadenkrämpfen Ursache kann ein Magnesium- und Mineralstoffmangel sein, oft begünstigt durch den erhöhten Bedarf in der Schwangerschaft. Außerdem können Wassereinlagerungen (Ödeme) und die Beanspruchung der Beinmuskulatur zu Krämpfen führen. Was hilft? Dehne sofort den betroffenen Muskel (ziehen der Fußspitze zum Körper), das löst den Krampf. Um vorzubeugen, kannst Du nach Rücksprache mit Deinem Arzt Magnesiumpräparate einnehmen, vor allem abends. Auch magnesiumreiche Ernährung (Nüsse, Haferflocken, Bananen) unterstützt. Trage tagsüber ggf. Kompressionsstrümpfe, falls Du zu geschwollenen Beinen neigst – das verbessert die Durchblutung. Lege die Beine öfter hoch und vermeide langes Stehen. Ein warmes Fußbad vor dem Schlafengehen mit etwas Salz oder Magnesiumsulfat (Bittersalz) kann ebenfalls helfen, die Muskeln zu entspannen.
  • Stimmungsschwankungen und Ängste: Die Gefühlswelt fährt im dritten Trimester oft Achterbahn. Mal bist Du voller Vorfreude, dann wieder gereizt oder ängstlich vor der Geburt und dem neuen Leben mit Baby. Schuld sind mitunter die Hormone (hohes Östrogen, abfallendes Progesteron zum Ende hin), aber auch die verständliche mentale Aufregung. Was hilft? Sprich über Deine Gefühle – mit Deinem Partner, mit Freundinnen oder in einem Geburtsvorbereitungskurs mit anderen werdenden Müttern. Oft stellt man fest: Du bist nicht allein mit Deinen Sorgen, und das beruhigt schon. Nimm Dir bewusst Auszeiten für Dich: Ein Spaziergang, Yoga für Schwangere, Meditation oder ein Entspannungsbad (nicht zu heiß) können Wunder wirken, um den Kopf frei zu kriegen. Viele Frauen schreiben auch Tagebuch in dieser Zeit – das sortiert die Gedanken. Und ganz wichtig: Hole Dir professionelle Unterstützung, wenn Dich Ängste überwältigen. Hebammen kennen sich mit den emotionalen Höhen und Tiefen aus und können Dir Tipps geben oder im Bedarfsfall an Berater vermitteln. Dein seelisches Wohlbefinden ist genauso wichtig wie das körperliche!

Denke daran, fast alle Schwangeren haben mit diesen Beschwerden zu kämpfen – Du bist also in guter Gesellschaft. Die gute Nachricht: Die meisten Wehwehchen verschwinden nach der Geburt ziemlich schnell, wenn sich der Hormonspiegel normalisiert. Bis dahin schon Dich, höre auf Deinen Körper und nutze die vielen kleinen Hilfsmittel, um Dir Linderung zu verschaffen. Du musst nicht „da durch“ ohne Unterstützung – im Zweifel frag Deine Hebamme, sie hat oft noch einen Trick parat.

FAQs Hormonumstellung 28. SSW