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Frieren in der Frühschwangerschaft – was bedeutet das?

Frieren in der Frühschwangerschaft? Hormonelle Veränderungen können dieses Frösteln verursachen. Erfahren Sie, wie Sie damit umgehen und sich wohler fühlen.

In den ersten Wochen einer Schwangerschaft spüren manche Frauen nicht nur Müdigkeit oder Übelkeit, sondern auch vermehrtes Frösteln. Doch ist Frieren ein frühes Schwangerschaftsanzeichen? So pauschal lässt sich das nicht sagen: Während klassische Anzeichen wie Übelkeit oder spannende Brüste vielen bekannt sind, liest man vom Frieren eher selten. Tatsächlich kann ständiges Kältegefühl in der Frühschwangerschaft vorkommen – meist bedingt durch hormonelle Veränderungen, die deinen Kreislauf beeinflussen. Aber allein darauf sollte man nicht als sicheren Hinweis auf eine Schwangerschaft schließen. Wichtig ist, die Ursachen zu kennen (z. B. niedriger Blutdruck, veränderter Stoffwechsel) und zu wissen, was man dagegen tun kann. In den meisten Fällen ist Frieren in den ersten Monaten normal und kein Grund zur Sorge. Hier erfährst du, warum dir am Anfang oft kalt ist, wie du dich wieder warm bekommst und wann es besser ist, ärztlich nachzufragen.

Die wichtigsten Punkte:

  • Frieren kann in der Frühschwangerschaft auftreten, ist aber kein typisches Leitsymptom. Viele Frauen berichten in den ersten 12 Wochen von vermehrtem Kältegefühl – meist durch hormonelle Umstellungen bedingt.
  • Die Hauptursachen für das Frösteln sind ein absinkender Blutdruck und eine veränderte Durchblutung, beides ausgelöst durch die hormonellen Veränderungen (mehr Progesteron entspannt die Gefäße). Auch ein veränderter Stoffwechsel spielt rein: Durch Übelkeit oder Appetitlosigkeit essen manche weniger, was weniger Energie und Wärmeproduktion bedeutet.
  • Was hilft? Wärmende Kleidung im Zwiebellook, warme Getränke und Mahlzeiten, Bewegung an der frischen Luft und Wechselduschen kurbeln die Durchblutung an. Gönn dir außerdem genug Ruhe – ein erschöpfter Körper friert leichter.
  • In der Regel ist das Frieren harmlos und verschwindet spätestens im zweiten Trimester, wenn der Kreislauf sich angepasst hat (viele haben dann eher mit Hitzewallungen zu tun).
  • Wann zum Arzt? Wenn du neben dem Frieren auch Fieber, Schüttelfrost, starke Müdigkeit oder Schwindel hast, solltest du das abklären lassen. Möglicherweise steckt eine Infektion, Blutarmut oder Schilddrüsenprobleme dahinter. Auch bei anhaltendem extremen Frieren lohnt sich ein Check der Blutwerte, um z. B. Eisenmangel auszuschließen.

Ist Frieren ein frühes Schwangerschaftsanzeichen?

Man hört oft von Anzeichen wie morgendlicher Übelkeit, empfindlichen Brüsten, häufigem Harndrang oder Heißhungerattacken als Hinweise auf eine Frühschwangerschaft. Dass einem plötzlich ständig kalt ist, zählt nicht zu den klassischen Symptomen – und doch kommt es vor. Einige Frauen merken schon kurz nach der Empfängnis, dass sie leicht frösteln oder ständig kalte Hände und Füße haben. Allein ist dieses Zeichen aber unspezifisch: Frieren kann viele Gründe haben (z. B. allgemeine Erschöpfung oder niedrigen Blutdruck), und nicht jede Schwangere friert.

Erst im Kontext mit anderen Symptomen kann Frieren auf eine Schwangerschaft hindeuten. Wenn du beispielsweise ungewöhnlich oft frierst und gleichzeitig Anzeichen wie extreme Müdigkeit, Übelkeit am Morgen und das Ausbleiben deiner Periode bemerkst, könnte die Kombination ein Hinweis sein – Zeit für einen Schwangerschaftstest! Ansonsten gilt: Ein bisschen Frösteln allein macht dich noch nicht zur werdenden Mama. Sicher bestätigen kann eine Schwangerschaft letztlich nur ein Test oder der Arzt.

Wichtig: Sollte das Kältegefühl mit deutlich negativen Symptomen einhergehen – etwa Schüttelfrost, Fieber, Schmerzen oder Blutungen – dann denke nicht in erster Linie an Schwangerschaft, sondern suche zeitnah medizinischen Rat. In solchen Fällen könnte eine Infektion oder etwas anderes im Busch sein, das behandelt werden muss.

Zusammengefasst: Ja, Frieren kann in der Frühschwangerschaft auftreten und fällt manchen Frauen sogar als erstes auf. Es ist aber kein verlässliches Zeichen und ohne Begleitsymptome eher zufällig. Jede Schwangerschaft ist individuell: Die eine hat Hitzewallungen, der anderen ist kalt – beides kann normal sein. Hör auf deinen Körper, aber stütze dich für die Schwangerschaftsbestätigung lieber auf eindeutige Tests.

Ursachen: Warum dir in der Frühschwangerschaft kalt ist

Dass du in den ersten Schwangerschaftswochen häufiger frierst, hat vor allem körperliche Gründe. Dein Körper stellt sich komplett auf die Schwangerschaft ein, und das hat ein paar Nebenwirkungen:

  • Hormonelle Umstellung: Zu Beginn der Schwangerschaft schießt das Hormon Progesteron in die Höhe. Progesteron wirkt gefäßerweiternd und entspannend auf die Muskeln – das ist gut für die Gebärmutter, kann aber dazu führen, dass dein Blutdruck Niedriger Blutdruck bedeutet oft Kältegefühl, weil die Durchblutung in den Extremitäten nachlässt.
  • Niedriger Blutdruck: Viele Frauen haben speziell im ersten Trimester deutlich niedrigeren Blutdruck als gewohnt. Dir wird dadurch schneller schwindelig, du bist schlapp und eben oft kalt, weil weniger Blutwärme in Händen und Füßen ankommt. Kalte Hände und Füße sind daher ein typisches „Symptom“ bei Schwangeren mit niedrigem Blutdruck.
  • Veränderter Stoffwechsel & Appetit: In der Frühschwangerschaft kämpfen viele mit Übelkeit oder Appetitlosigkeit. Vielleicht isst du unregelmäßiger oder insgesamt weniger Kalorien, weil dir nicht nach Essen zumute ist. Weniger Brennstoff bedeutet aber auch weniger innere Wärmeproduktion – du frierst leichter. Zudem verbraucht dein Körper Energie für die neuen Prozesse (Embryoentwicklung), was dich auskühlen kann, wenn nicht genug Nachschub kommt.
  • Erhöhter Eisenbedarf: Bereits früh beginnt dein Körper, mehr Blut zu bilden für dich und das wachsende Baby. Dafür brauchst du Eisen. Wenn deine Eisenwerte zu niedrig sind (was in der Frühschwangerschaft zwar noch nicht so häufig vorkommt, aber möglich ist), fühlst du dich müde, blass und fröstelig. Eisenmangel verstärkt also Kälteempfinden.
  • Individuelle Veranlagung: Nicht zu vergessen – jeder Körper reagiert anders. Es gibt Frauen, die waren schon vor der Schwangerschaft verfroren; bei ihnen verstärkt sich dieses Empfinden vielleicht jetzt. Andere hatten immer warme Hände und merken nun das erste Mal, was dauerndes Frieren bedeutet. Manche spüren hormonelle Änderungen eben eher als Hitze (z. B. in Form von nächtlichem Schwitzen), andere als Kälte.

Die gute Nachricht: Im Laufe der Schwangerschaft pendelt sich vieles wieder ein. Ab dem 2. Trimester berichten viele Frauen sogar vom Gegenteil – sie bekommen eher warm, haben rosige Wangen und spüren vermehrt Durchblutung. Das liegt daran, dass das Blutvolumen steigt und der Körper sich an die Hormone anpasst. Also wenn du jetzt gerade zitternd auf dem Sofa sitzt: Hab etwas Geduld, höchstwahrscheinlich wird dir in ein paar Wochen eher zu warm als zu kalt sein!

Was du gegen das Frieren tun kannst

Gegen die Kältegefühle in der Frühschwangerschaft kannst du zum Glück Einiges unternehmen. Das A und O ist, Wärme von außen und innen zuzuführen und deinen Kreislauf sanft in Schwung zu bringen:

Kleide dich warm und gemütlich: Greif ruhig zu Kuschelsocken, dicken Pullis und einer zusätzlichen Jacke, auch wenn andere den Raum noch warm finden. Das Zwiebellook-Prinzip hilft – also mehrere Schichten, die du je nach Befinden an- oder ausziehen kannst. Zuhause tut eine flauschige Decke gute Dienste. Viele Schwangere schwören auf eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen, das sie sich abends mit ins Bett oder auf das Sofa nehmen. Wärme von außen entspannt und signalisiert deinem Körper Sicherheit, was wiederum den Kreislauf stabilisiert.

Wärme durch Ernährung: Nimm regelmäßige, nahrhafte Mahlzeiten zu dir, auch wenn der Appetit gerade nicht riesig ist. Ein leerer Magen verstärkt das Frösteln. Wärmende Speisen wie Eintöpfe, Suppen oder ein warmes Porridge am Morgen können Wunder wirken. Heißer Tee (Ingwertee, Kräutertee – vermeide aber gewisse Sorten, die in der Schwangerschaft nicht empfohlen werden) oder auch einfach heißes Wasser mit Zitrone wärmt von innen. Ingwer zum Beispiel hat einen leicht wärmenden Effekt, ist aber in großen Mengen in der Frühschwangerschaft nicht ratsam – kleine Mengen im Tee sind jedoch in Ordnung. Hör auf dein Bauchgefühl: Was tut dir gut? Vielleicht ein leckerer Kakao mit Hafermilch oder eine goldene Milch (Kurkuma-Latte)? Gönn es dir.

Bewegung und Durchblutung: Auch wenn das Sofa noch so sehr lockt – ein bisschen Bewegung hilft gegen kalte Extremitäten. Ein Spaziergang an der frischen Luft (gut eingepackt natürlich) kurbelt den Kreislauf an. Sobald du dich bewegst, arbeiten die Muskeln und produzieren Wärme von innen. Sanftes Yoga oder Schwangeren-Gymnastik kann ebenfalls die Durchblutung fördern. Viele Frauen fühlen sich nach einer kurzen Aktivität deutlich wärmer und wacher. Wichtig: Übertreib es nicht, Höchstleistung ist nicht gefragt – es geht nur um moderate Bewegung, bei der du dich wohlfühlst.

Wechselduschen und Fußbäder: Ein kleiner Tipp aus der Kneipp’schen Gesundheitslehre: Wechselduschen am Morgen (abwechselnd warm und kalt abduschen, immer mit kalt aufhören) trainieren die Gefäße und pushen den Kreislauf. Das hilft gegen niedrigen Blutdruck und macht dich weniger kälteempfindlich über den Tag. Wenn dir das zu hart ist, versuch ein warmes Fußbad – kalte Füße ziehen oft den ganzen Körper runter. Ein Fußbad mit etwas Rosmarin- oder Ingwerzusatz kann beleben und wärmt wunderbar.

Ruhepausen einlegen: Ja, Bewegung ist gut – aber auch Erholung ist wichtig. Dein Körper leistet gerade Schwerstarbeit im Hintergrund. Gönn dir Schlaf und Pausen, sooft es geht. Übermüdung kann das Frieren nämlich verstärken, da der Körper dann erst recht im Energiesparmodus ist. Ein ausgeruhter Körper reguliert die Temperatur besser. Also, wenn du müde bist: ab unter die Decke und ein Nickerchen machen. Das ist kein Luxus, sondern in der Schwangerschaft absolut erlaubt.

Insgesamt gilt: Sei liebevoll zu dir selbst. Wenn dir kalt ist, nimm es als Signal, einen Gang runterzuschalten und für Wärme und Wohlbefinden zu sorgen. Je entspannter du bist, desto schneller normalisiert sich der Kreislauf wieder. Und denk daran, ausreichend zu trinken und etwas Salz zu dir zu nehmen – niedriger Blutdruck bessert sich oft, wenn man genug Flüssigkeit und etwas Salz (z. B. in einer Brühe) im System hat.

Wann du ärztlichen Rat suchen solltest

Meistens ist Frieren in der Frühschwangerschaft, so unangenehm es auch sein mag, kein Grund zur Sorge. Es verschwindet oft von allein. Dennoch gibt es Situationen, in denen du lieber deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme kontaktieren solltest:

  • Begleitende Krankheitssymptome: Wenn zum Frieren Fieber oder richtiger Schüttelfrost dazukommen, du Gliederschmerzen hast oder dich allgemein krank fühlst, könnte tatsächlich eine Infektion (wie ein beginnender grippaler Infekt) dahinterstecken. In der Schwangerschaft ist dein Immunsystem etwas heruntergefahren, da kann es dich auch mal erwischen. Lieber abklären lassen, insbesondere bei Fieber, um dich und das Baby zu schützen.
  • Möglicher Eisenmangel: Merkst du, dass du nicht nur frierst, sondern auch außergewöhnlich müde, schwach oder schwindelig bist, könnte ein Eisenmangel oder niedriger Blutdruck eine Rolle spielen. Sprich es bei deinem nächsten Termin an – man kann deinen Hb-Wert überprüfen und ggf. frühzeitig gegensteuern (z. B. mit Eisenpräparaten oder Ernährungsanpassung).
  • Schilddrüse im Blick behalten: Frauen mit bekannter Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kennen Frieren vielleicht schon als Symptom. In der Schwangerschaft kann sich der Schilddrüsenhormonbedarf ändern. Wenn du also Schilddrüsenmedikamente nimmst und plötzlich wieder vermehrt Symptome wie Frieren, Antriebslosigkeit oder Gewichtszunahme bemerkst, könnte eine Dosisanpassung nötig sein. Lass das zeitnah checken, denn eine gut eingestellte Schilddrüse ist für die Schwangerschaft wichtig.
  • Dein Gefühl zählt: Selbst wenn keine der oben genannten „roten Lampen“ leuchtet – wenn du das Gefühl hast, mit deinem Körper stimmt etwas nicht, hole lieber eine medizinische Meinung ein. Gerade in der ersten Schwangerschaft ist man manchmal unsicher, was normal ist. Ärzte und Hebammen sind dafür da, auch scheinbar „kleine“ Sorgen ernst zu nehmen. Es kann nie schaden, einmal Blutdruck, Blutbild oder Schilddrüsenwerte checken zu lassen, um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist.

Im Normalfall wirst du aber beruhigt werden können: Frieren ist in den ersten Monaten meist einfach eine lästige Nebenerscheinung der großen körperlichen Umstellung. Sobald dein Körper sich an die Schwangerschaft gewöhnt hat, pendelt sich auch dein Temperaturempfinden wieder ein. Und solltest du zu den Glücklichen gehören, die eher schwitzen als frieren – genieße es, jede Schwangerschaft ist anders!

FAQs

Ist Frieren in der Frühschwangerschaft normal?

Ja, in gewissem Maße ist es durchaus normal. Viele werdende Mamas berichten, dass sie gerade am Anfang ständig am Frösteln sind. Das liegt an den rasanten Veränderungen, die dein Körper durchmacht – Hormone und Kreislauf spielen etwas verrückt, was sich eben auch auf dein Temperaturempfinden auswirken kann.

Wichtig ist, „normal“ bedeutet nicht, dass es jede Frau erlebt, aber es ist nicht ungewöhnlich. Wenn du also in der 6., 8. oder 10. Woche schwanger bist und feststellst, dass du viel mehr frierst als sonst, brauchst du dir erst einmal keine großen Sorgen zu machen. Solange keine alarmierenden Symptome wie hohes Fieber, anhaltendes starkes Schüttelfrostgefühl oder andere Krankheitsanzeichen dabei sind, darfst du es als lästigen, aber harmlosen Teil der Frühschwangerschaft verbuchen. Dein Körper arbeitet gerade auf Hochtouren, und bei manchen führt das eben zu Kältegefühl.

Denke daran, dass dieses Phänomen meist zeitlich begrenzt ist. Viele Frauen merken ab dem zweiten Trimester eine deutliche Besserung – teils schlägt es dann sogar ins Gegenteil um und man fühlt sich eher warm bis hitzig. Beides kann im Rahmen einer normalen Schwangerschaft passieren. Sollte dir das Frieren jedoch extreme Unannehmlichkeiten bereiten oder dich beunruhigen, hol dir ruhig medizinischen Rat. In den allermeisten Fällen kann man dich aber beruhigen: Dein Körper ist nicht „kaputt“, sondern stellt sich nur auf ein neues kleines Leben ein. Also mach dir einen Tee, kuschel dich ein und hab etwas Geduld mit dir – es wird bald wieder besser.