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Yoga während der Periode: Sanfte Übungen & wichtige Regeln

Yoga während der Periode: Sanfte Übungen, hilfreiche Tipps & wichtige Regeln, um Menstruationsschmerzen zu lindern und deinen Körper achtsam zu unterstützen.

Die Periode ist für viele Frauen eine körperlich und emotional herausfordernde Zeit. Unterleibsschmerzen, Krämpfe, Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen gehören für einen großen Teil der Menstruierenden zum Zyklus dazu. Genau hier kann Yoga während der Periode eine wertvolle Unterstützung sein – vorausgesetzt, es wird achtsam und angepasst praktiziert.

In diesem Artikel erfährst du:

  • ob Yoga während der Periode sinnvoll ist
  • welche Yoga-Übungen bei Periodenschmerzen helfen
  • welche Asanas du lieber vermeiden solltest
  • wie Yoga auf Hormone, Nervensystem und Krämpfe wirkt
  • was Ayurveda und moderne Medizin dazu sagen

Darf man während der Periode Yoga machen?

Die kurze Antwort: Ja – Yoga während der Periode ist erlaubt und kann sogar sehr wohltuend sein.

Studien zeigen, dass sanfte Bewegung, bewusste Atmung und Entspannung:

  • Muskelkrämpfe reduzieren
  • das vegetative Nervensystem beruhigen
  • Stresshormone senken
  • das Schmerzempfinden positiv beeinflussen

Besonders bei Menstruationsbeschwerden wie Dysmenorrhoe (Regelschmerzen) kann Yoga helfen, die Symptome zu lindern. Entscheidend ist die Art der Praxis: ruhig, langsam, ohne Leistungsdruck.


Warum Yoga während der Periode helfen kann

1. Entspannung der Gebärmuttermuskulatur

Menstruationsschmerzen entstehen hauptsächlich durch Kontraktionen der Gebärmutter, ausgelöst durch Prostaglandine. Sanfte Dehnungen und entspannende Haltungen können die umliegende Muskulatur lockern und den Schmerz reduzieren.

2. Beruhigung des Nervensystems

Yoga aktiviert den Parasympathikus („Ruhen-und-Verdauen-Modus“). Das kann helfen bei:

  • Reizbarkeit
  • innerer Unruhe
  • PMS-Symptomen

3. Förderung der Durchblutung

Sanfte Bewegungen im Beckenbereich fördern die Durchblutung, was den Abfluss der Menstruation erleichtern kann – ohne den Körper zu überfordern.


Die wichtigsten Regeln für Yoga während der Periode

Regel 1: Höre auf deinen Körper

Keine Frau erlebt ihre Periode gleich. Manche fühlen sich beweglich und entspannt, andere erschöpft oder schmerzgeplagt. Dein Körpergefühl ist wichtiger als jede Yogaregel.


Regel 2: Setze auf sanfte, ruhige Asanas

Geeignet sind vor allem:

  • liegende Positionen
  • sanfte Vorbeugen
  • leichte Rückbeugen
  • Hüftöffner ohne Druck

Verzichte auf alles, was stark aktiviert, erhitzt oder anstrengend ist.


Regel 3: Bleibe länger in den Haltungen

Statt vieler Übungen lieber wenige Asanas mehrere Minuten halten (z. B. 3–10 Minuten). Das unterstützt Tiefenentspannung, ähnlich wie im Yin Yoga.


Regel 4: Nutze Hilfsmittel

Bolster, Kissen, Decken oder Yogablöcke entlasten den Körper und ermöglichen echte Entspannung – besonders im unteren Rücken und Becken.


Regel 5: Vermeide starke Aktivierung & Leistungsdruck

Jetzt ist nicht die Zeit für:

  • sportliche Ziele
  • intensive Workouts
  • Ehrgeiz

Yoga während der Periode ist Selbstfürsorge, kein Training.


Diese Yoga-Übungen sind während der Periode besonders wohltuend

Liegende Schmetterlingspose (Supta Baddha Konasana)

  • öffnet sanft den Beckenraum
  • entspannt Unterleib und Nervensystem
  • ideal mit Kissen unter den Knien

Kindhaltung (Balasana – sanfte Variante)

  • entlastet unteren Rücken
  • beruhigt Bauch und Atem
  • bei Bedarf Knie weit öffnen

Knie zur Brust (Apanasana – achtsam)

  • kann krampflösend wirken
  • nur sanft, ohne Druck

Sphinx

  • sanfte Öffnung des Unterbauchs
  • entlastet Gebärmutter und Leisten

Beckenkreisen im Liegen

  • lockert Beckenboden
  • fördert Durchblutung
  • sehr gut bei Krämpfen

Welche Yoga-Übungen solltest du während der Periode vermeiden?

Umkehrhaltungen (z. B. Kopfstand, Schulterstand)

In vielen Yogatraditionen wird empfohlen, während der Menstruation auf Umkehrhaltungen zu verzichten, da sie:

  • den natürlichen Abfluss der Menstruation energetisch „umkehren“
  • für manche Frauen Druck oder Unwohlsein erzeugen

Wissenschaftlich gibt es keine eindeutigen Belege für Gefahren, dennoch raten viele Yogatherapeut:innen aus Vorsicht und Achtsamkeit davon ab – besonders bei Schmerzen oder starker Blutung.


Sehr aktive oder kraftvolle Asanas

Zum Beispiel:

  • intensiver Sonnengruß
  • starke Core-Übungen
  • tiefe, gebundene Drehungen
  • extreme Rückbeugen

Aktivierende Atemübungen

Vermeide während der Periode:

  • Kapalabhati (Feueratem)
  • Bhastrika

Stattdessen geeignet:

✔ ruhige Bauchatmung

✔ Wechselatmung (Nadi Shodhana)


Yoga, Hormone & Zyklus – was sagt die Wissenschaft?

Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige, sanfte Yoga-Praxis:

  • Stresshormone (Cortisol) senken kann
  • das autonome Nervensystem stabilisiert
  • bei PMS und Zyklusstörungen unterstützend wirkt

Yoga ersetzt keine medizinische Behandlung, kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein – besonders bei stressbedingten Zyklusbeschwerden.


Ayurveda & Yoga während der Periode

Im Ayurveda gilt die Menstruation als Reinigungs- und Rückzugsphase. Empfohlen werden:

  • kühlende, „mondartige“ Qualitäten
  • Ruhe, Wärme, Sanftheit
  • kein „Pushen“ des Körpers

Yoga während der Periode sollte deshalb erdend, beruhigend und nährend sein.


Fazit: Yoga während der Periode als liebevolle Selbstfürsorge

Yoga während der Periode ist kein Tabu – sondern eine Einladung, achtsamer mit dem eigenen Körper umzugehen. Sanfte Übungen, bewusstes Atmen und ausreichend Ruhe können helfen, Schmerzen zu lindern, Stress abzubauen und den Zyklus besser zu verstehen.

Die wichtigste Regel bleibt: Was sich gut anfühlt, ist erlaubt. Was sich nicht gut anfühlt, darf gehen.