Zum Inhalt springen

PMDS nach der Geburt

PMDS Erfahrungsbericht: Eine Mutter teilt ihre ehrliche Geschichte über Symptome, Alltag und den schwierigen Weg zur Diagnose.

Ich bin Katja, 35 Jahre alt und ich leide nun seit der Geburt meines Sohnes vor 3,5 Jahren an PMDS.

Lange habe ich nicht gewusst was mit mir los ist. Ich hatte „normales“ PMS und meine Migräne im Verdacht und habe unzählige Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert, die auf diese Problematik ausgerichtet waren, aber es hat nichts geholfen.

Vor etwa 6 Monaten habe ich über Tik Tok per Zufall von PMDS erfahren und plötzlich hat es ganz laut Klick gemacht.

Es passte einfach alles.

Ich habe eine gute Woche in meinem Zyklus, kurz nach meiner Periode bis zum Eisprung, in der ich mich agil, fröhlich, gelassen und wie ich selbst fühle.

Direkt nach meinem Eisprung geht es los mit Brainfog, Hoffnungslosigkeit, Schwarzmalerei, Migräne, dieses „Es ist mir alles viel zu viel“ – Gefühl, obwohl ich trotz Mutterdasein vergleichsweise viel Zeit für mich habe, was ich vor allem auch meinem – zum Glück- sehr verständnisvollen Partner und dem Kindergarten zu verdanken habe.

Mein Kopf fühlt sich schwer an, oft bin ich sehr schnell gereizt, mir ist alles zu laut, zu hell und zu schnell. Es gibt Tage, an denen das Fass überläuft und ich alles herausschreie, mit den Fäusten gegen die Wand schlage und mich einfach nicht mehr so fühlen will.

Das schlechte Gewissen danach macht mich fertig, vor allem, wenn mein Sohn es mitbekommen hat.

Ich habe mittlerweile regelrecht Panik vor meiner Periode und den Tagen davor, weil ich nie weiß, wie schlimm es dieses Mal wird und ich mich nicht zurechnungsfähig fühle.

Termine, Treffen, Feiern, alles versuche ich so zu planen, dass ich es irgendwie in diese eine Woche quetschen kann, in der es mir gut geht, wo ich stressresistent bin und vor allem Energie habe. Wo ich nicht dauermüde in der Ecke hänge, obwohl ich 8-9 Stunden geschlafen habe oder ich beim bloßen Gedanken an einen Termin schon einen Nervenzusammenbruch kriege.

Für mich geht es so nicht mehr weiter und auch mein Partner wird es irgendwann nicht mehr mitmachen können, da bin ich mir sicher.

Seitdem ich weiß was mit mir los ist, versuche ich einen Ausweg zu finden, der nicht „Nimm doch einfach die Pille“ heißt, aber bisher bin ich noch keinen Schritt weiter gekommen.

Ich gehe seit 6 Monaten zu einer Heilpraktikerin, die sich auf Frauengesundheit spezialisiert hat, aber auch für sie ist das Thema PMDS sehr neu und eigentlich bin ich nur ihr Versuchskaninchen, mit dem sie selbst etwas lernen kann.

Ich nehme zur Zeit seit ca. 4 Monaten einen Magnesiumkomplex, Eisen, Vit D, Vit B-Komplex, 5 HTP, Quercetin, L-Thyrosin, Gaba, Omega 3, einen Darmbakterienkomplex und Zink. Und seit 2 Monaten eine Pregnenolon – Creme.

Helfen tut es bisher nicht.

Meine Schilddrüsenwerte sind alle super, meine Hormonwerte nicht so sehr (v.a. Progesteron und Cortisol zu niedrig), aber auch nicht dramatisch verändert.

Sollte meine Energie und meine Konzentration es irgendwann einmal wieder zulassen, möchte ich selbst meinen Heilpraktikerschein endlich fertig machen und mich diesem Thema widmen, weil es offensichtlich viel zu wenig Experten, vor allem in Deutschland, dazu gibt.

Bis dahin suche und recherchiere ich weiter und hoffe sehr, dass ich bald einen Weg finde, mich selbst wieder besser zu fühlen.

Viel Hoffnung habe ich bisher leider nicht.

Aber umso mehr Hoffnung setze ich in euch, dass ihr es schafft mit eurem Projekt weiter voran zu kommen und ich drücke euch alle Daumen und Zehen und Finger, die ich habe (auch um meiner selbst willen), dass ihr die Kassenzulassung bekommt und die App freigeben könnt.

☺️Liebe Grüße, Katja