Kann man während der Periode abnehmen?
Kann man während der Periode abnehmen? Wir erklären, welche Rolle Hormone und Wassereinlagerungen dabei spielen und geben Tipps für Ernährung und Sport.
Viele Frauen fühlen sich kurz vor und während ihrer Periode aufgebläht, schwer und unwohl. Auf der Waage zeigt sich oft plötzlich ein Plus von ein bis zwei Kilo – frustrierend, wenn man eigentlich abnehmen will! Doch bedeutet das, dass Abnehmen während der Menstruation unmöglich ist? Kann man während der Periode überhaupt abnehmen, oder sind die Hormone dagegen? In diesem Artikel geben wir Entwarnung: Ja, man kann auch während der Periode abnehmen. Allerdings spielen hormonelle Schwankungen im Zyklus eine wichtige Rolle für Gewicht, Appetit und Stoffwechsel. Wir schauen uns an, wie Östrogen und Progesteron im Monatsverlauf wirken, warum Wassereinlagerungen dein Gewicht kurzfristig verändern und welche Zyklusphasen eventuell günstiger fürs Abnehmen sind. Natürlich bekommst du auch praktische Tipps zu Ernährung und Sport, damit du trotz Zyklus-Hochs und -Tiefs motiviert und erfolgreich bleibst. Zusätzlich beleuchten wir einen spannenden Aspekt: den möglichen Zusammenhang zwischen ADHS und dem Zyklus beim Thema Gewichtsmanagement – und wie die Belle-App dir bei der Selbstbeobachtung helfen kann.
Hormone im Zyklus: Wie Östrogen und Progesteron den Stoffwechsel beeinflussen
Um zu verstehen, was während deiner Periode in deinem Körper passiert, müssen wir kurz die wichtigsten Hormone des Menstruationszyklus betrachten:
- Östrogen: Insbesondere das Estradiol steigt in der ersten Zyklushälfte (Follikelphase) an, erreicht einen Peak um den Eisprung und hat dann in der Lutealphase (zweite Zyklushälfte) ein zweites kleineres Hoch. Östrogen wirkt anregend auf viele Stoffwechselprozesse. Es lässt uns oft energiegeladener und stimmungsvoller fühlen. Interessanterweise verbessert Östrogen auch die Insulinsensitivität – das heißt, die Zellen sprechen gut auf Insulin an, sodass der Blutzucker effizient verwertet wird. Das kann bedeuten, dass in Hoch-Östrogen-Phasen (um den Eisprung herum) der Körper Kohlenhydrate etwas besser verstoffwechselt und weniger in Form von Fett einlagert. Östrogen wird sogar nachgesagt, den Appetit eher zu zügeln.
- Progesteron: Dieses Hormon dominiert die Lutealphase, also nach dem Eisprung bis zur Periode. Progesteron bereitet den Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Viele Frauen spüren Progesteron durch typische PMS-Symptome: größerer Appetit, Stimmungsschwankungen, vielleicht Müdigkeit. Progesteron kann die Insulinresistenz leicht erhöhen – Studien zeigen, dass in der zweiten Zyklushälfte die Insulinwirkung um einen kleinen Betrag nachlässt Vereinfacht: Dein Körper kann etwas weniger effektiv mit Zucker umgehen, der Blutzucker steigt eventuell stärker und fällt dann schneller ab, was wiederum Heißhunger fördern kann. Außerdem fördert Progesteron die Einlagerung von Wasser und Salz im Gewebe (es wirkt ähnlich wie Aldosteron), was mitverantwortlich für das aufgeblähte Gefühl ist.
- FSH/LH: Diese Steuerungshormone des Gehirns müssen wir nicht im Detail erklären, aber kurz: Sie setzen den Eisprung in Gang und fluktuieren entsprechend. Fürs Abnehmen haben sie indirekt weniger Bedeutung als die oben genannten.
Was bedeuten diese hormonellen Fakten nun fürs Abnehmen während der Periode? Grundsätzlich verbrennen wir nicht plötzlich weniger Fett, nur weil wir menstruieren. Aber die Hormone beeinflussen unser Verhalten und unseren Stoffwechsel subtil:
- In der hohen Östrogenphase (ungefähr Zyklustag 7 bis 14, um den Eisprung herum) fühlen sich viele Frauen leistungsfähiger und weniger hungrig. Das wäre theoretisch ein guter Zeitpunkt, um ein Kaloriendefizit leichter einzuhalten oder intensiver zu trainieren. Manche nennen das scherzhaft die „Power-Phase“ im Zyklus.
- In der hohen Progesteronphase (ungefähr Zyklustag 14 bis 28, also nach dem Eisprung bis zur Periode) neigen viele zu PMS-Beschwerden: Heißhunger auf Süßes oder Salziges, Stimmungstiefs, geringere Motivation, manchmal auch mehr Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf. Gleichzeitig verbraucht dein Körper jetzt tatsächlich minimal mehr Kalorien im Ruhezustand – der Grundumsatz kann in der Lutealphase um etwa 5–10% steigen, weil die Körpertemperatur etwas höher ist. Allerdings wird dieser Mehrverbrauch oft durch gesteigerten Appetit kompensiert (der Körper fordert die Extraportion sozusagen ein).
- Während der Menstruation selbst (Zyklusbeginn, Tage 1–5) fallen beide Hormonspiegel stark ab. Manche fühlen sich an den ersten Tagen schlapp und krampfig – da hat Abnehmen sicher keine Priorität. Aber interessanterweise normalisiert sich oft der Heißhunger, sobald die Periode da ist. Die Stimmung kann trotz Schmerzen klarer sein als in den Tagen direkt davor. Stoffwechseltechnisch gibt es keinen Nachteil beim Abnehmen während der Periode, außer dass du dich vielleicht weniger bewegst, wenn du Schmerzen hast. Sobald die Menstruation vorbei ist, beginnt der Zyklus von vorn und Östrogen steigt wieder – viele Frauen spüren richtig, wie sie nach der Periode „durchstarten“ können.
Fazit zu den Hormonen: Deine Hormone machen es dir in der zweiten Zyklushälfte potentiell etwas schwerer, ein Kaloriendefizit einzuhalten – durch vermehrten Appetit und leichte Insulinresistenz. Lass dich davon aber nicht entmutigen! Es heißt nicht, dass Abnehmen in dieser Phase unmöglich ist. Es erfordert nur eventuell mehr Bewusstsein und Plan. Im ersten Teil des Zyklus bist du hormonell eher begünstigt, was Energie und Sattgefühl angeht.
Übrigens gibt es inzwischen auch Abnehmprogramme, die an den Zyklus angepasst sind. In einer spannenden Studie hat man über 6 Monate Frauen auf Diät geschickt – die eine Gruppe bekam einen zyklusadaptieren Ernährungs- und Trainingsplan, die andere einen klassischen gleichbleibenden Plan. Das Ergebnis: Die zyklusadaptierte Gruppe verlor signifikant mehr Gewicht Die Forscher vermuten, dass es hilft, in den jeweiligen Phasen unterschiedlich vorzugehen (z.B. in der Folikelphase strikter, in der Lutealphase etwas lockerer mit mehr Protein gegen Heißhunger). Das kannst du auch für dich selbst ausprobieren und deinen Rhythmus finden.
Wassereinlagerung vs. echtes Gewicht: Warum schwankt mein Gewicht während der Periode?
Kaum etwas ist frustrierender, als sich wochenlang gesund zu ernähren und zu bewegen – und dann zeigt die Waage plötzlich mehr an, nur weil deine Periode naht. 😩 Hier ist Entwarnung angebracht: Diese Schwankungen liegen in den meisten Fällen an Wassereinlagerungen, nicht an sprunghafter Fettzunahme.
Durch hormonelle Veränderungen (insbesondere das Progesteron, aber auch Östrogen spielt mit) kommt es kurz vor der Periode häufig zu Ödemen: Dein Körper hält vermehrt Wasser im Gewebe. Viele merken das an geschwollenen Händen oder Füßen, an einem aufgeblähten Bauch oder spannenden Brüsten. Auf der Waage können diese Wassereinlagerungen 1–2 kg Unterschied ausmachen – manchmal sogar noch mehr, je nach individueller Veranlagung. Wichtig: Dieses Gewicht ist nicht Fett und verschwindet normalerweise wieder, sobald die Menstruation einsetzt oder vorüber ist. Tatsächlich berichten viele, dass sie am 2. oder 3. Tag der Periode plötzlich „entschwemmt“ sind und sich leichter fühlen; das überschüssige Wasser wird dann über die Nieren ausgeschieden.
Was bedeutet das fürs Abnehmen? Angenommen, du hast real 0,5 kg Fett abgenommen in drei Wochen, aber kurz vor deiner Periode 1,5 kg Wasser eingelagert – dann zeigt die Waage +1 kg an im Vergleich zum Vormonat. Natürlich wäre das demotivierend, obwohl du eigentlich Erfolg hattest! Genau deswegen ist es wichtig zu wissen: Die Waage lügt während des Zyklus ein bisschen. Lass dich von diesen temporären Schwankungen nicht beirren. Es ist sinnvoll, dein Gewicht immer zur gleichen Zyklusphase zu vergleichen. Beispielsweise könntest du Fortschritte immer am Ende deiner Periode beurteilen, wo du weißt, jetzt ist das Wasser wieder raus. Oder du wiegst dich wöchentlich, aber führst ein Zyklustagebuch dazu, um die höheren Werte vor der Periode richtig einordnen zu können.
Neben Wasser schwankt auch der Verdauungsinhalt: Viele haben vor der Periode Verdauungsprobleme wie Verstopfung (Progesteron entspannt die Darmmuskulatur), was ebenfalls zu einem Völlegefühl führen kann. Manche neigen auch zu Heißhungerattacken in PMS-Tagen und essen mehr salzige Snacks – Salz bindet wiederum Wasser. All das sind kurzfristige Effekte. Fettabbau passiert weiterhin, wenn du im Kaloriendefizit bleibst, aber er wird zeitweise überlagert von diesen anderen Faktoren.
Tipps gegen Wasser und Blähungen: Du kannst ein paar Maßnahmen ergreifen, um dich wohler zu fühlen: Trinke ausreichend Wasser (klingt paradox, hilft aber dem Körper, Wasser loszulassen), iss kaliumreiche Lebensmittel (Banane, Blattgemüse) und reduziere sehr salzige Fertiggerichte in den PMS-Tagen. Brennnesseltee oder Magnesiumsupplemente werden manchmal empfohlen, um den Körper zu „entwässern“, allerdings ist die wissenschaftliche Evidenz dafür begrenzt. Vermeide enge Hosen, wenn du dich aufgebläht fühlst – das ist reiner Komfort, hat aber psychologisch einen Effekt (nichts ist schlimmer als kneifende Jeans an einem Blähtag). Und das Wichtigste: Hab Geduld mit dir selbst. Dein Körper ist keine Maschine mit linearer Abnahme – er hat zyklische Rhythmen. Am Ende zählen der Trend und dein Wohlbefinden, nicht die tagesaktuelle Zahl auf der Waage.
In welcher Zyklusphase nimmt man am besten ab?
Rein biologisch gibt es keine Phase, in der Fettabbau nicht möglich wäre. Aber wie oben beschrieben, können bestimmte Phasen sich leichter oder schwerer anfühlen:
- Folikelphase (erste Hälfte, ca. Tag 1–14): Hier könntest du die meiste Motivation und Energie verspüren, vor allem nach den Menstruationstagen. Viele bezeichnen die Woche nach der Periode als ihre „gute Woche“: Man fühlt sich oft mental klarer, körperlich weniger belastet und hat Lust, Neues zu starten (sei es eine Diät, ein Sportkurs etc.). Östrogen steigt an und kann dir leichte Vorteile geben – z.B. bessere Insulinsensitivität (weniger Risiko von Heißhunger durch Blutzuckerschwankungen). Wenn du also planst, in den Abnehmmodus zu gehen, nutze diese Phase ruhig aus! Du könntest hier intensiver trainieren (Krafttraining, HIIT) und ein etwas strengeres Kaloriendefizit fahren, solange es dir gut geht. Dein Körper verträgt es jetzt tendenziell besser, weil er nicht mit PMS-Stress beschäftigt ist.
- Ovulationszeit (um den Eisprung, ca. Mitte Zyklus): Manche Frauen fühlen sich auch um den Eisprung herum topfit – andere wiederum haben mittelschmerz oder sind emotionaler. In dieser kurzen Phase ist das Östrogen am höchsten, aber es fällt danach abrupt etwas ab (bevor Progesteron übernimmt). Genieße die Energie, falls du sie hast, aber hör auch auf deinen Körper, falls du eine Pause brauchst.
- Lutealphase (zweite Hälfte, ca. Tag 15–28): Jetzt wird es oft herausfordernder. Progesteron dominiert und viele spüren ab etwa einer Woche vor der nächsten Periode die klassischen PMS-Zeichen: mehr Appetit, Lust auf Süßes oder Fettiges, Reizbarkeit, Müdigkeit, geringere Trainingslust. Das heißt nicht, dass man in dieser Phase gar nichts tun kann – aber es kann sinnvoll sein, die Strategie anzupassen:
- Ernährung: Versuche, in dieser Zeit besonders auf protein- und ballaststoffreiche Kost zu achten, die gut sättigt. Eiweißreiche Snacks (Joghurt, Nüsse, gekochtes Ei) können Heißhunger dämpfen. Viele Frauen berichten, dass sie in PMS-Tagen mehr Kohlenhydrate craving – das hat vermutlich mit Serotonin zu tun. Statt komplett zu verzichten, wähle komplexe Kohlenhydrate (Vollkorn, Haferflocken, Obst), die den Blutzucker gleichmäßiger halten, und gönn dir ruhig kontrollierte Mengen von dem, worauf du Lust hast (z.B. ein Stück dunkle Schokolade täglich, anstatt eine ganze Tafel auf einmal). So verhinderst du Fressattacken besser.
- Kalorienziel anpassen: Wenn du merkst, dass du kurz vor der Periode partout ständig Hunger hast, ist es völlig in Ordnung, dein Kaloriendefizit in diesen Tagen etwas zu reduzieren oder auf Erhaltungskalorien zu gehen. Es ist besser, einige Tage etwas mehr zu essen (z.B. +200 Kalorien), als frustriert alles hinzuschmeißen. Dein Wochendurchschnitt kann trotzdem im Defizit bleiben, wenn du in der ersten Zyklushälfte etwas streng warst. Dieses „Zick-Zack“ nennt sich auch zyklusbasiertes Kaloriencycling.
- Sport: In der Lutealphase fühlen sich viele schneller erschöpft. Du kannst hier ruhig den Fokus auf moderaten Sport legen: Spaziergänge, Yoga, lockeres Ausdauertraining. Zwing dich nicht zu neuen Bestleistungen, wenn du nicht in der Verfassung dazu bist. Bewegung hilft aber oft gegen Stimmungstiefs und träge Gefühle – schon ein 30-Minuten-Spaziergang kann Wunder wirken. Hör auf deinen Körper: an manchen Tagen geht Krafttraining super (manche Studien zeigen sogar, dass Frauen in der Lutealphase ein klein wenig Kraftzuwachs haben können), an anderen Tagen willst du dich einrollen – beides ist ok.
- Menstruationsphase: Während der Blutung selbst variieren die Bedürfnisse. Einige Frauen haben am 1.-2. Tag so starke Schmerzen oder fühlen sich schwach aufgrund des Blutverlusts, dass an Sport nicht zu denken ist. Ruhe dich dann aus – das ist kein Rückschritt. Andere stellen fest, dass leichte Bewegung die Krämpfe lindern kann (z.B. ein Spaziergang, Dehnübungen oder leichtes Schwimmen – ja, du darfst schwimmen! Siehe unseren Artikel „Während der Periode schwimmen ohne Tampon“ für Tipps). Ernährungsseitig haben viele während der Periode weniger Heißhunger als in der Woche davor. Versuche, nährstoffreiche Kost zu essen, um Eisen und Magnesium zuzuführen (rotes Fleisch oder Hülsenfrüchte für Eisen, grünes Gemüse und Nüsse für Magnesium), das unterstützt deinen Körper jetzt.
Zusammengefasst: Die „beste“ Phase zum Abnehmen ist individuell unterschiedlich – aber du kannst grob sagen, dass es in der ersten Zyklushälfte leichter fällt, während es in der PMS-Phase herausfordernder ist. Nutze die guten Phasen intensiv und mach in den schwierigen Phasen nicht zu viel Druck, sondern pass dich flexibel an. Mit der Zeit wirst du deinen eigenen Rhythmus erkennen. Vielleicht stellst du fest, dass du z.B. in Woche 3 des Zyklus immer sehr sportlich bist, während Woche 4 eher zur Erholung taugt. Dieses Wissen ist Gold wert, denn du kannst deine Abnehm-Strategie darauf ausrichten. Ein Zyklustagebuch oder eine App zur Zyklusverfolgung (wie unsere Belle-App, die speziell für hormonelle Gesundheitsmuster entwickelt wurde) kann dir helfen, solche Muster zu entdecken.
Ernährung und Sport während der Periode: Tipps, um dran zu bleiben
Jetzt kommen wir zum praktischen Teil: Was kannst du konkret tun, um trotz deiner Periode und Zyklusschwankungen dein Abnehmziel zu erreichen? Hier eine Liste erprobter Tipps:
1. Achte auf Nährstoffe statt nur Kalorien
Gerade während PMS und Periode sendet dein Körper verstärkt Signale – Hunger, Lust auf bestimmtes Essen etc. Diese könnten zum Teil auf Nährstoffmängel hindeuten. Sorge deshalb insgesamt für eine ausgewogene Ernährung:
- Eiweiß bei jeder Mahlzeit (für Sättigung und Muskelerhalt)
- Ballaststoffe aus Gemüse, Obst, Vollkorn (gegen Verstopfung, für längeres Sattsein)
- Gesunde Fette (Nüsse, Samen, Fisch, Avocado) – sie sind wichtig für Hormonausgleich und machen ebenfalls satt
- Komplexe Kohlenhydrate statt Zuckerbomben (um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden)
- Magnesium und Calciumreich essen: Diese Mineralstoffe können PMS-Symptome mindern. Enthalten in z.B. Mandeln, Haferflocken, grünem Gemüse, Milchprodukten.
- Viel trinken: Wasser oder ungesüßter Tee – das hilft gegen Wasserretention und Völlegefühl.
Indem du deinem Körper gibst, was er braucht, kannst du Heißhungerattacken reduzieren. Heißhunger auf Schokolade z.B. wird manchmal mit Magnesium-Mangel in Verbindung gebracht (Kakao enthält viel Magnesium). Wenn du sowas bemerkst, greif lieber zu ein paar Stückchen dunkler Schokolade oder einem Esslöffel Kakaopulver im Smoothie als zu Gummibärchen – dann bekommst du Genuss und Nährstoffe.
2. Passe dein Kaloriendefizit intelligent an
Viele Frauen berichten, dass sie in der Zeit vor der Periode mehr Appetit haben und ein strenges Diätregime kaum einhalten können. Das ist okay! Du musst nicht jeden Tag das gleiche Kaloriendefizit fahren. Überlege dir, ob du zyklisch planen willst:
- In den guten Phasen (nach der Periode, Mitte Zyklus) kannst du ein moderates Defizit von z.B. 20% deines Kalorienbedarfs anstreben.
- In den PMS-Tagen kannst du das Defizit verkleinern oder sogar auf Erhaltungskalorien essen, wenn du starken Hunger hast. Lieber ein paar Tage Pause als ein Binge, der dich aus der Bahn wirft.
Untersuchungen zeigen, dass unser Körper solche kurzen “Refeeds” gut verkraftet und es dem Abnehmerfolg langfristig nicht schadet – im Gegenteil, es kann psychologisch entlastend sein. Wichtig ist nur, dass du nicht völlig überkompensierst. Ein Beispiel: Du isst normalerweise 1.500 kcal zum Abnehmen, aber an PMS-Tagen isst du 1.800 kcal (weil du es brauchst). Das ist kein Drama, solange du dich nicht über deinen Gesamtbedarf hinaus vollstopfst. Vertrau darauf: Dein Körper verbrennt in der zweiten Zyklushälfte ja auch minimal mehr, sodass ein bisschen mehr Essen dich nicht aus der Bahn wirft.
3. Bleib in Bewegung – aber sei flexibel
Sport und Bewegung sind auch während der Periode und der ganzen Zyklusmonats dein Freund beim Abnehmen. Sie verbrennen Kalorien, bauen Muskeln auf (die wiederum den Grundumsatz erhöhen) und verbessern die Laune. Dennoch: Erlaube dir, das Wie ans Befinden anzupassen:
- Krafttraining in der ersten Zyklushälfte ist super, um Muskeln zu erhalten/aufzubauen. Viele Frauen fühlen sich hier am stärksten. Scheue dich nicht, auch als Anfängerin Gewichte zu heben – es formt den Körper und erhöht den Kalorienverbrauch nachhaltig.
- Cardio/ Ausdauer: Laufen, Radfahren, Schwimmen – geht prinzipiell immer. Während PMS kannst du Tempo und Intensität drosseln, vielleicht eher Spaziergänge oder lockeres Jogging anstelle von Intervallen, wenn du müde bist.
- Entspannung und Körpergefühl: In der zweiten Zyklushälfte könntest du vermehrt auf Yoga, Stretching, Pilates setzen. Diese Aktivitäten verbrennen zwar weniger Kalorien als intensiver Sport, aber sie helfen gegen Stress und halten dich geschmeidig. Sie können auch Menstruationsbeschwerden lindern. Alles, was Stresshormone senkt, ist gut – denn hoher Stress (Cortisol) kann das Abnehmen behindern.
- Alltagsbewegung: Unterschätze nicht, wie viel NEAT (Non-Exercise Activity Thermogenesis) ausmacht. Das sind Kalorien, die du durch Alltagstätigkeiten verbrennst (Gehen, Treppensteigen, Hausarbeit). Gerade wenn du mal keinen Sport schaffst, versuche wenigstens, viele Schritte zu sammeln. Ein ausgedehnter Spaziergang während der Periode kann Wunder wirken: Du verbrennst ein paar hundert Kalorien, ohne dich zu überlasten, und oft bessert sich danach sogar die Stimmung und der Schmerz.
Zusammengefasst: Mach, was dir gut tut und was realistisch ist. Lieber konstant moderate Bewegung als unrealistische Workout-Marathons, die du doch nicht durchhältst. Und hab kein schlechtes Gewissen, wenn du an Tag X das Training abbrichst, weil ein Krampf dich erwischt – das ist normal. Wichtig ist, dranzubleiben und in Summe aktiv zu bleiben. Eine geplante Pause während starker PMS/Periode ist besser als ungeplantes Abbrechen der gesamten Abnehmreise aus Frust.
4. Kenne deine Muster – Selbstbeobachtung mit Belle
Jeder Körper ist individuell. Manche haben starkes PMS, andere kaum; die eine nimmt während der Tage sogar ab, weil sie keinen Appetit hat, die andere hat Heißhunger ohne Ende. Um herauszufinden, was für DICH gilt, hilft es ungemein, ein Tagebuch oder eine App zu nutzen. In der Belle-App kannst du nicht nur deinen Zyklus tracken, sondern auch tägliche Stimmung, Symptome, Essverhalten, Energielevel und sogar Ablenkbarkeit oder Konzentration. Mit der Zeit erkennst du vielleicht: „Aha, immer an Tag 21 werde ich zur Naschkatze“ – oder „Kurz nach dem Eisprung habe ich einen Leistungseinbruch“. Dieses Wissen ist Macht, weil du dich dann darauf vorbereiten kannst.
Gerade wenn du z.B. ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) hast, können Zyklusschwankungen sich deutlich bemerkbar machen. Studien haben Hinweise gefunden, dass ADHS-Symptome bei Frauen um die Menstruation herum zunehmen können, vermutlich wegen des starken Östrogenabfalls Östrogen beeinflusst nämlich Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin – sinkt es, kann es sein, dass Unruhe, Impulsivität oder Stimmungstiefs verstärkt auftreten. Das könnte erklären, warum manche Frauen mit ADHS in der PMS-Zeit besonders mit Impulsessen oder Motivationsproblemen kämpfen. Auch ohne ADHS kennen viele dieses Gefühl: Man ist gereizt und greift dann schneller zur Schokolade als Trost oder hat Probleme, sich an die Meal-Prep-Pläne zu halten. Wenn du solche Zusammenhänge bei dir feststellst, verzweifle nicht – du bist nicht undiszipliniert, das ist eine echte neurologische Herausforderung. Strategie: Plane für diese Phase bewusst kleine Belohnungen und Pausen ein. Vielleicht musst du in den kritischen Tagen nicht versuchen, einen neuen Ernährungsplan zu starten. Konzentriere dich eher darauf, größere Ausrutscher zu vermeiden und nimm dir vor, nach der Periode wieder voll einzusteigen. Einige Frauen mit ADHS berichten auch, dass sie in den Tagen vor der Periode ihre Medikamente oder Supplements anpassen (natürlich in Absprache mit dem Arzt) oder verstärkt auf Stressreduktion achten.
Die Belle-App kann dir helfen, solche feinen Muster zu erkennen und zu dokumentieren. Unsere Nutzerinnen führen quasi ein digitales Zyklustagebuch, in dem sie Gewichtsverlauf, Stimmung, Symptome und mehr festhalten. So siehst du Schwarz auf Weiß, dass z.B. dein Gewicht jeden Zyklus kurz vor der Periode hochgeht und danach runter – was dich beim nächsten Mal beruhigt, weil du weißt, es ist nur temporär. Auch kannst du Notizen machen, wann du besonders Heißhunger hattest und was dir geholfen hat (z.B. „am 25. Tag sehr lustlos – Yoga gemacht, hat geholfen, statt Eis zu essen“). Diese Art von Selbstbeobachtung schärft dein Körperbewusstsein und macht das Abnehmen im Einklang mit deinem Zyklus deutlich einfacher.
5. Bleib freundlich zu dir selbst
Last but not least: Sei nachsichtig und geduldig mit deinem Körper. Ein menstruierender Körper leistet jeden Monat enormes – hormonelle Achterbahnen, Umbau der Gebärmutterschleimhaut, mögliche Schmerzen, emotionales Auf und Ab. Es ist völlig normal, dass du dich nicht jeden Tag gleich „perfekt“ an deinen Abnehmplan halten kannst. Vermeide negatives Selbstgespräch à la „Ich hab keine Disziplin, weil ich PMS-mäßig über die Stränge geschlagen habe.“ Ersetze es durch Verständnis: „Mein Körper brauchte diese extra Energie gerade, und das ist in Ordnung. Ich mache morgen weiter wie geplant.“
Oft hilft es, das Große und Ganze im Blick zu behalten: Ein Zyklus ist typischerweise ~28 Tage. Davon sind vielleicht 5 Tage super (Eisprungphase), 5 Tage schwierig (PMS), und der Rest mittelmäßig-normal. Wenn du es schaffst, in den 5 schwierigen Tagen zumindest keinen Rückschritt zu machen (also Gewicht halten statt zunehmen) und in den anderen Tagen kleine Fortschritte, dann bist du auf der Erfolgsspur! Eine langfristige Abnahme verzeiht solche Wellenbewegungen. Tatsächlich nehmen viele Frauen überhaupt erst ab, als sie anfingen, ihren Zyklus zu berücksichtigen – weil sie aufgehört haben, sich in schlechten Tagen zu geißeln oder alles hinzuschmeißen, und stattdessen gelernt haben, mit ihrem Körper statt gegen ihn zu arbeiten.
Ein wichtiger mentaler Trick: Vergleiche dich nicht mit Männern oder mit Frauen, die nicht zyklisch verhüten (z.B. Pille). Dein Körper ist anders getaktet. Gewicht kann bei Frauen deutlich stärker schwanken als bei Männern, die einen konstanten Hormonspiegel haben. Das ist okay. Es heißt nicht, dass Frauen schlechter abnehmen können – sie tun es nur auf kurvigeren Pfaden. 😉
Fazit: Ja, du kannst während der Periode abnehmen!
Kurz und knapp: Lass dich von deiner Periode nicht davon abhalten, an deinen Abnehmzielen zu arbeiten. Es gibt keinen biologischen Mechanismus, der Fettverbrennung während der Menstruation verhindert – aber es gibt natürliche Schwankungen in Hunger, Energie und Wasserhaushalt, die das Gewichtsmanagement beeinflussen. Wenn du diese verstehst, kannst du dich entsprechend darauf einstellen:
- Gewichtsschwankungen rund um die Periode sind meist Wasser – nicht die mühsam abtrainierten Fettpolster kommen zurück. Hab Geduld und tracke langfristig, nicht nur tagesaktuell.
- Hormonverlauf beachten: Nutze energiegeladene Phasen für Fortschritte und gib dir in schweren Phasen auch mal etwas mehr Ruhe oder Kalorien, ohne gleich aufzugeben.
- Ernährung anpassen: Iss in PMS-Zeiten bewusst mehr Eiweiß und Ballaststoffe, gönn dir kleine kontrollierte Treats, um Heißhunger zu vermeiden. Verbiete dir nichts kategorisch, sondern übe Balance.
- Sport variieren: Bewegung ist hilfreich, aber höre auf deinen Körper. Alles zählt – ein Spaziergang ist besser als gar nichts. Finde Sportarten, die dir Spaß machen, dann bleibst du auch über hormonelle Tiefs hinweg motiviert.
- Zyklus-Tracking: Führe ein Zyklus- und Ernährungstagebuch oder nutze die Belle-App, um Muster zu erkennen. So wird der Zyklus von einer „launischen Unbekannten“ zu einem vorhersagbaren Faktor, den du einplanen kannst. Das nimmt Frust raus und gibt dir Selbstvertrauen.
- Mindset: Habe Verständnis für dich selbst. Dein Körper ist keine Maschine – er ist zyklisch. Das bedeutet aber auch, dass nach jedem Tief wieder ein Hoch kommt. Sollte die Waage während PMS hochschnellen, sag dir: „Ich warte ein paar Tage, das reguliert sich wieder.“ Und siehe da – es wird sich regulieren.
Bleib positiv – du kannst es schaffen, auch während der Periode abzunehmen. Es ist kein linearer Weg, aber jeder Zyklus gibt dir neue Chancen. 🎉