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Berühmte Personen mit ADHS: Promis, die offen über ihre Aufmerksamkeitsstörung sprechen

Viele Prominente stehen offen zu ihrer ADHS-Diagnose. Hier lernst du bekannte deutsche und internationale Persönlichkeiten mit ADHS kennen – und wie sie damit umgehen.

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) betrifft nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene – und sogar einige sehr bekannte Persönlichkeiten. In den letzten Jahren haben immer mehr Promis öffentlich gemacht, dass sie ADHS haben. Das ist wichtig, denn es hilft dabei, Vorurteile abzubauen und zeigt Betroffenen: Du bist nicht allein, selbst Stars kennen diese Herausforderung. Im Folgenden stellen wir einige berühmte Menschen mit ADHS vor – sowohl aus dem deutschsprachigen Raum als auch international – und schauen, wie sie mit ihrer Diagnose leben.

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Eckart von Hirschhausen (Deutschland)

Eckart von Hirschhausen – Arzt, Wissenschaftsjournalist und Komiker – überraschte 2023 viele, als er in einer ARD-Doku enthüllte, dass er selbst eine leichte Form von ADHS hat. Er hatte schon länger einen Verdacht, aber die offizielle Diagnose bekam er erst während der Dreharbeiten zu “Hirschhausen und ADHS”. Hirschhausen spricht sehr reflektiert über das Thema: ADHS sei “eine besondere Art zu sein – ein anderes Betriebssystem”, sagt er, und kein reines „Kinderphänomen“. Besonders wichtig ist ihm, darauf hinzuweisen, dass viele Erwachsene unerkannt ADHS haben, oft speziell Frauen, die eher verträumt-unaufmerksam (statt hyperaktiv) sind. Hirschhausen sieht ADHS nicht nur als Makel: Er betont, dass betroffene Menschen zwar mit Konzentration und Organisation kämpfen, aber oft auch sehr kreativ und neugierig sind. Seine Offenheit hat in Deutschland viel Bewunderung hervorgerufen und dem Thema ADHS bei Erwachsenen Aufmerksamkeit verschafft.

Felix Lobrecht (Deutschland)

Felix Lobrecht, einer der erfolgreichsten jungen Comedians Deutschlands, ging Anfang 2023 mit seiner ADHS-Diagnose an die Öffentlichkeit. In einem Interview erzählte er, dass die Diagnose für ihn eine Erleichterung war: “Mir wurde klar, dass meine gesamte Vergangenheit davon bestimmt war”, so Lobrecht sinngemäß. Als Kind und Jugendlicher hatte er starke Stimmungsschwankungen, Bewegungsdrang und Probleme mit Autoritäten – typische ADHS-Merkmale, die damals aber niemand so benannte. Jetzt, mit der Diagnose, versteht er sich selbst besser. Felix sieht ADHS inzwischen nicht als Handicap, sondern als Teil seiner Persönlichkeit, der ihn sogar kreativ und angetrieben hält. Er scherzt, dass vermutlich genau dieser „verrückte Wahnsinn im Kopf“ ihm geholfen hat, so erfolgreich zu werden. Zugleich betont er, dass er jetzt gnädiger mit sich umgehen kann und weiß, dass gewisse Schwierigkeiten (z.B. bei Routine-Aufgaben) nicht seine „Schuld“ sind, sondern zur ADHS gehören. Felix Lobrecht zeigt damit vielen jungen Erwachsenen, dass es sich lohnt, bei Verdacht eine Diagnose einzuholen – es könnte manches im Leben erklärbarer machen.

Justin Bieber (Kanada)

Weltstar Justin Bieber ist nicht nur für seine Musik, sondern auch für seine Offenheit über persönliche Themen bekannt. In Interviews hat Bieber mehrfach bestätigt, dass er ADHS hat und deshalb Medikamente einnimmt. Gegenüber GQ erklärte er 2016, dass die Aufmerksamkeitsstörung seinen Schlaf beeinträchtigt – sein Kopf kommt abends schwer zur Ruhe. Allerdings war er damals unsicher, ob er die Medikamente (Stimulanzien wie Adderall) weiternehmen soll, weil sie seine Stimmung beeinflussten. Justin Bieber steht exemplarisch dafür, dass ADHS nicht vor Popstars Halt macht. Seine Fans schätzen, dass er so ehrlich über Therapie und Zweifel spricht. Es macht deutlich: Auch jemand mit Millionen Fans kann mit ganz alltäglichen ADHS-Problemen kämpfen – sei es Unruhe, Konzentrationsmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Bieber ermutigt Betroffene, sich Hilfe zu suchen und über mentale Gesundheit zu reden, anstatt sich zu schämen.

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Simone Biles (USA)

Die US-Turnerin Simone Biles, eine der erfolgreichsten Olympionikinnen, ist bekanntlich ebenfalls ADHS-betroffen. Das wurde 2016 öffentlich, als durch einen Hackerangriff auf medizinische Daten herauskam, dass Biles ein erlaubtes Medikament (Ritalin) gegen ADHS nimmt. Anstatt sich davon verunsichern zu lassen, bestätigte Simone Biles sofort offen: “Ich habe ADHS und habe keine Angst, wer das weiß”. Sie erklärte, dass sie seit ihrer Kindheit gegen ADHS behandelt wird und dass es kein “Schande” ist. Biles’ souveräner Umgang damit brachte ihr enormen Respekt ein. Viele junge Menschen – besonders Mädchen im Sport – fühlten sich bestärkt, dass auch eine mehrfache Goldmedaillengewinnerin ADHS haben kann und man dennoch Höchstleistungen bringen kann. Simone Biles zeigt, dass ADHS zwar tägliches Management erfordert (Medikation, Routinen), aber kein Hindernis für eine große Karriere sein muss.

Adam Levine (USA)

Der Maroon-5-Frontmann Adam Levine hat ebenfalls ADHS und macht kein Geheimnis daraus. Bereits 2014 sprach er in einem Interview mit Us Weekly über seine Diagnose. Für ihn war es “keine Überraschung”, als man in seiner Jugend ADHS feststellte, denn er hatte schon in der Schule große Probleme, sich zu konzentrieren. Interessant ist, dass Adam Levine bemerkt, die Leute “bekommen mein ADHS täglich mit”, gerade wenn er als Erwachsener mal unaufmerksam sei. Anstatt das zu verstecken, hat Adam Levine sich entschieden, als eine Art Botschafter zu wirken: Er beteiligte sich an der US-Kampagne „Own Your ADHD“, die Erwachsene ermutigt, offen mit ihrer Aufmerksamkeitsstörung umzugehen. Levine zeigt, dass ADHS nicht nur eine „Kinderkrankheit“ ist – er ist ein Rockstar, Ehemann und Vater, der gelernt hat, mit seiner ADHS umzugehen. Seine Botschaft: Man kann erfolgreich sein, auch wenn man manchmal „überall und nirgendwo“ mit den Gedanken ist, solange man Strategien findet und ggf. Hilfe annimmt.

Emma Watson (Großbritannien)

Die britische Schauspielerin Emma Watson, bekannt als Hermine aus Harry Potter, wird oft in Listen berühmter ADHS-Personen genannt. Tatsächlich soll Emma Watson seit jungen Jahren ADHS haben und hat Berichten zufolge Medikamente dagegen eingenommen. Zwar spricht sie selbst nicht oft öffentlich darüber, aber ihr Name fällt immer wieder, wenn es um erfolgreiche Frauen mit ADHS geht. Warum? Weil Emma Watson trotz (oder vielleicht auch ein bisschen wegen) ADHS eine beeindruckende Karriere und Bildung hingelegt hat – sie schloss ein Studium in Brown (USA) ab und engagiert sich als UN-Sonderbotschafterin. Fans mit ADHS sehen in ihr ein Vorbild dafür, dass man sich nicht auf eine Sache beschränken muss: Emma ist Schauspielerin, Aktivistin, Model – die vermeintliche „Sprunghaftigkeit“ wurde für sie zu einem Vorteil, weil sie vielfältige Interessen verfolgt. Auch wenn Emma Watson selbst das Thema selten adressiert, ist ihre erfolgreiche Laufbahn für viele Betroffene inspirierend.

Weitere deutsche Promis mit ADHS

Auch im deutschsprachigen Raum gibt es einige bekannte Gesichter mit ADHS-Diagnose. Zum Beispiel hat die Sängerin und Ex-„No Angels“-Star Nadja Benaissa (ehemals „Naddel“) öffentlich erzählt, dass sie ADHS hat. Sie erklärte, dadurch manchmal sehr impulsiv gehandelt zu haben, was auch ihre Vergangenheit (mit einigen Skandalen) beeinflusste. Ein weiteres Beispiel ist Jan Ullrich, der ehemalige Radrennfahrer und Tour-de-France-Sieger. Er ging 2018 an die Öffentlichkeit und sagte: “Ich leide an einer hochgradigen Form von ADHS”. Ullrich beschrieb, er habe „rund um die Uhr zu viel Energie“ und schlafe kaum mehr als zwei Stunden pro Nacht. Das passte rückblickend zu seinem ruhelosen, exzessiven Lebensstil nach der Sportkarriere. Durch Medikamente wollte er das aber nur im Notfall dämpfen, um seinem Körper nicht zu schaden, sagte er damals.

Ebenfalls ADHS-betroffen ist Sascha Lobo, ein bekannter Blogger und Autor. Er und andere wie der Schauspieler Devid Striesow oder die Rapper Capital Bra und Sido haben entweder offen ihre Diagnose bestätigt oder zeigen in Interviews typische ADHS-Muster. Gerade in kreativen Berufen (Musik, Schauspiel, Comedy) findet man überdurchschnittlich oft Menschen, die später von ihrer ADHS erzählen – vielleicht, weil Kreativität und ADHS oft Hand in Hand gehen. Die Berliner Rapper-Szene z.B. erwähnt ADHS nicht selten in Songtexten, was zeigt, dass das Thema in der jungen Generation angekommen ist.

Warum ADHS-Outings von Promis wichtig sind

Wenn Prominente über ADHS sprechen, hat das mehrere positive Effekte. Erstens nehmen sie der Störung das Stigma: Früher wurde ADHS oft belächelt („Zappelphilipp“), doch wenn erfolgreiche Erwachsene – ob Moderatoren, Sportler oder Musiker – offen zu ihrer Diagnose stehen, zeigt das der Gesellschaft, dass ADHS „echt“ ist und ernst genommen werden sollte. Zweitens geben diese Vorbilder anderen Mut. Viele erwachsene Betroffene ahnen lange nichts von ihrer ADHS. Zu hören, dass z.B. Eckart von Hirschhausen mit über 50 noch diagnostiziert wurde, kann jemanden motivieren, selbst zum Arzt zu gehen und sich helfen zu lassen. Drittens entstehen durch prominente Stimmen auch mehr Gespräche über Therapien. Einige Promis berichten von Medikamenten (wie Justin Bieber oder Channing Tatum, der allerdings negative Erfahrungen mit Ritalin in seiner Kindheit hatte), andere von Psychotherapie oder Coaching, wieder andere von Tricks im Alltag (z.B. Struktur durch Assistenten oder spezielle Sportarten zum Auspowern).

Interessant ist auch, dass Promis oft betonen, ADHS könne sogar Stärken mit sich bringen. So sagt etwa Moderator Eckart von Hirschhausen, ADHS-Menschen hätten ein anderes Stärken-Schwächen-Profil – sie seien z.B. oft super einfallsreich und empathisch, auch wenn sie im Alltagsmanagement schwächeln. Sängerin Nelly Furtado (ebenfalls ADHS diagnostiziert) meinte in einem Interview, sie sehe ihr ADHS fast als Superpower, da es sie zu kreativen Höchstleistungen antreibe – allerdings müsse man es erst im Erwachsenenalter akzeptieren lernen. Solche positiven Sichtweisen helfen, ADHS ausgewogener zu betrachten: nicht nur als Störung, die es zu „beseitigen“ gilt, sondern als Teil der Neurodiversität mit Herausforderungen und Potenzialen.

Historische und fiktive Figuren

Manchmal hört man auch, historische Genies wie Mozart, Einstein oder da Vinci hätten „wohl ADHS gehabt“. Das sind natürlich rückblickende Spekulationen – letztlich lässt sich das nie sicher sagen. Was aber feststeht: In unserer heutigen Zeit gibt es genügend real lebende Vorbilder, die zeigen, dass man mit ADHS Großes erreichen kann. Ob kreativer Künstler, CEO oder Sportprofi – eine Aufmerksamkeitsstörung muss einen Lebensweg nicht ausbremsen.

Frau mit geschlossenen Augen vor blauem Hintergrund, über ihrem Kopf farbige Gedanken – Symbol für ADHS, Kreativität und Neurodiversität

Tipps für Betroffene vom Erfolg der Promis inspiriert

  • Hilfe annehmen: Fast alle genannten Personen haben professionelle Hilfe genutzt, sei es durch Medikamente, Therapie oder Coaching. Scheue dich nicht, dein ADHS behandeln zu lassen. Es ist keine Schwäche, sondern oft der Schlüssel, um dein Potential besser zu entfalten.
  • Stärken nutzen: Frage dich, welche positiven Seiten deine ADHS mit sich bringt. Bist du besonders ideenreich? Energiegeladen? Empathisch? Viele Promis betonen, dass gerade ihre unkonventionelle Art (teils dank ADHS) ihnen in kreativen Branchen Vorteile verschafft hat.
  • Netzwerke und Vorbilder suchen: Der Austausch mit anderen ADHS-Betroffenen kann extrem hilfreich sein. Ob in Online-Communities oder Selbsthilfegruppen – du wirst feststellen, dass Leute wie du ähnliche Hürden haben. Und schau dir Role Models an (wie oben) – ihr Erfolg heißt nicht, dass sie es „trotz ADHS“ geschafft haben, sondern oft mit ADHS, indem sie einen Weg gefunden haben, damit umzugehen.

Fazit

Berühmte Personen mit ADHS machen Mut, dass eine solche Diagnose kein Karriere- und Lebensende ist, sondern ein Teil der eigenen Geschichte. Wichtig ist, offen und konstruktiv damit umzugehen – so wie diese Promis es vormachen. Jeder Mensch mit ADHS ist anders, aber vom offenen Umgang prominenter Betroffener profitieren letztlich alle: Die einen fühlen sich verstanden, die anderen lernen mehr über diese häufige Neuroentwicklungsstörung. In Deutschland hat etwa die öffentliche Diskussion dank Leuten wie Hirschhausen & Lobrecht richtig Fahrt aufgenommen – und das ist eine gute Entwicklung hin zu mehr Akzeptanz und Unterstützung.

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FAQs

Haben wirklich viele Promis ADHS?

Ja – immer mehr Stars wie Felix Lobrecht, Justin Bieber oder Simone Biles sprechen offen über ihre ADHS-Diagnose. Das hilft, Vorurteile abzubauen und zeigt: ADHS betrifft alle – auch Berühmtheiten.

Warum ist es wichtig, dass Promis über ADHS sprechen?

Weil es anderen Mut macht. Wenn bekannte Persönlichkeiten über ihre Diagnose sprechen, fühlen sich viele Betroffene gesehen – und trauen sich, Hilfe zu suchen.

Bedeutet ADHS automatisch eine Einschränkung im Leben?

Nein. Viele Promis zeigen, dass ADHS auch mit Stärken wie Kreativität, Energie oder Empathie einhergeht. Mit der richtigen Unterstützung lässt sich viel erreichen – auch mit ADHS.